
"Als meine Frau mit unserem Sohn schwanger war, blieb ihr Gewicht in den ersten drei Monaten gleich. Ich dagegen nahm zehn Pfund zu." Andere "schwangere" Männer klagen über solche Schwangerschaftssymptome wie morgendliche Übelkeit, Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel und Rückenschmerzen – Dinge, die sie bei ihren Frauen erwarten, nicht jedoch bei sich selbst.
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Forschungen haben ergeben, dass bei bis zu 60 Prozent der Männer bestimmte Schwangerschaftssymptome auftreten, wenn ihre Frau ein Baby erwartet. (Dr. Jerrold Lee Shapiro, der sich mit werdenden Vätern auskennt, gibt zu, dass er bei jeder der beiden Schwangerschaften seiner Frau 30 Pfund zugenommen hat.) Die Schwangerschaftssymptome bei Männern sind wahrscheinlich auf deren Wunsch zurückzuführen, an der Schwangerschaft aktiver beteiligt zu sein, die ja schließlich auch ihr Leben verändern wird. Die Männer bereiten sich auf diese Weise auf die Geburt und ihre neue Rolle als Vater vor.
Obwohl von den Männern in den meisten westlichen Kulturen erwartet wird, dass sie der Mutter bei den Wehen und der Geburt des Kindes zur Seite stehen, bekommen sie nur wenige Informationen darüber, wie sie einbezogen werden können. Was sollen sie tun? Wie sollen sie sich während der neun Monate fühlen? Sich an der Rolle zu orientieren, die ihre eigenen Väter gespielt haben, ist meist wenig hilfreich. Und manchmal nehmen ihre Ängste durch die gut gemeinten Späße von Freunden und Kollegen nicht ab, sondern zu.
Die nervöse Spannung kann sich verstärken, wenn Männer ihre Frauen zu Vorsorgeuntersuchungen oder anderen "Frauen-Terminen" begleiten. Werdende Väter fühlen sich unbeholfen und fragen sich: Wo soll ich mich hinstellen? Wo soll ich hinschauen? Wie soll ich zu der Person stehen, die meine Frau berührt und untersucht? Kann ich Fragen stellen, ohne dumm zu wirken?
Während der Schwangerschaft machen viele Männer auch emotionale Veränderungen durch – insbesondere sind sie launisch und niedergeschlagen. Diese Symptome stehen möglicherweise mit der Befürchtung der Männer in Verbindung, dass sie nach der Geburt des Kindes die Liebe und Zuneigung ihrer Frau verlieren.
So wie werdende Mütter ihr Zuhause aufräumen und für die Ankunft des Babys vorbereiten, haben auch Männer während der Schwangerschaft oft bestimmte Sorgen und Verhaltensweisen. Eine häufige Sorge betrifft den Schutz der Familie. Manche Väter nehmen dies wörtlich, indem sie neue Schlösser einbauen oder alles im Haus reparieren, was kaputt ist; andere fragen sich, ob sie genug Geld verdienen und nehmen möglicherweise zusätzliche Arbeit an.
Wie Sie sich selbst helfen können
Auch wenn Männer manchmal überhaupt nicht wissen, wie sie sich während der Schwangerschaft verhalten sollen – die Lösungen sind mitunter ganz einfach. Wenn Sie sich aussprechen, können Sie sich Ihren Problemen stellen und diese auch in den Griff bekommen. Reden hat noch einen anderen Vorteil: Wenn Sie mit ihren Sorgen offener umgehen, finden Sie auch heraus, welche Art Vater Sie werden möchten.
Die folgende Liste zeigt Ihnen, was Sie tun können:
1. Reden Sie mit Ihrer Frau darüber, was es für Sie bedeutet, Vater zu werden.
2. Begleiten Sie Ihre Frau so oft wie möglich zu den Vorsorgeuntersuchungen. Denken Sie daran, dass diese für Sie und Ihre Frau eine Gelegenheit sind, Fragen zu stellen.
3. Besuchen Sie den Geburtsvorbereitungskurs zusammen.
4. Teilen Sie Ihre Ängste mit Ihrer Frau und, wenn möglich, mit anderen Männern. Dies kann einem Gefühl des Isoliertseins vorbeugen, welches einer Beziehung schaden kann.
5. Reden Sie mit Ihrem Baby, bevor es auf die Welt kommt. Das macht nicht nur Spaß, sondern es macht das Baby für Sie auch wirklicher.
Anzeichen dafür, dass Sie möglicherweise überfordert sind
Es kann Zeiten geben, in denen Sie wie viele werdende Väter zusätzliche Hilfe brauchen. Ein Anzeichen dafür ist, dass Sie alle möglichen Zusatzprojekte übernehmen. Wenn das der Fall ist, könnte das auf bislang ungelöste Probleme zurückzuführen sein. Daher noch einmal der Rat: Reden Sie mit Ihrer Frau bzw. Partnerin, Ihren Freunden und anderen Männern. Sie können sich für kurzfristige Hilfe auch an einen Psychologen wenden.
Probleme, für die ein werdender Vater möglicherweise zusätzliche Hilfe benötigt:
• Machen Sie sich um die Veränderungen Sorgen, die bald auf Sie zukommen?
• Empfinden Sie die meisten Veränderungen als negativ?
• Besteht vielleicht ein Unwille, die Schwangerschaft anzunehmen?
• Haben Sie Befürchtungen, dass etwas mit dem Kind oder der Schwangerschaft nicht in Ordnung ist? Ist es für Sie unangenehm, dies mit der Hebamme oder dem Frauenarzt zu besprechen?
• Trauern Sie um den Verlust von etwas in Ihrem eigenen Leben (Ihre Jugend, Ihre Freiheit oder etwas ganz anderes)? Was bedeutet die Vaterschaft für das Bild, das Sie von sich haben?
Seien Sie nicht überrascht, wenn Sie sich während der Schwangerschaft emotional oder körperlich verändern – eine Schwangerschaft wirkt sich bei den meisten Männern so aus. Einige dieser Veränderungen können lange anhalten und durchaus positiv sein.
