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Wie kann man dem Kind helfen, mit dem Tod einer nahe stehenden Person umzugehen? Kinder und Tod einer nahe stehenden Person

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Saras Großvater lag im Krankenhaus. Er wohnte zu Hause bei Saras Familie, schon vor Saras Geburt. Wie kann man dem Kind helfen, mit dem Tod einer nahe stehenden Person umzugehen?
Die vierjährige Sara hatte wieder einmal einen schlechten Tag in der Vorschule. Sie war gereizt und müde und provozierte ihre Vorschullehrer immer wieder, den ganzen Tag über. Als Sara von ihrer Mutter abgeholt wurde, drückte man ihr eine Tasche mit nassen Kleidern in die Hand - schon wieder ein kleiner Unfall.
 

Saras Großvater lag im Krankenhaus. Er wohnte zu Hause bei Saras Familie, schon vor Saras Geburt. Letzte Woche erlitt er einen schweren Schlaganfall und er würde wahrscheinlich nicht mehr lange leben. Saras Tante war vor kurzem mit ihrem dreijährigen Kind gekommen und übernachtete mit ihm im Gästezimmer. Der gewohnte Alltag der Familie war durcheinander gebracht. Saras Mutter versuchte, ihre Verantwortung als Mutter von zwei Kleinkindern, als Tochter eines schwer kranken Vaters und als Anwältin in einer Kanzlei unter einen Hut zu bringen.

 

  Mit dem Tod einer nahe stehenden Person umgehen

  Hilfestellung für den Trauerprozess

  Häufig gestellte Fragen

 

 
 

Mit dem Tod einer nahestehenden Person umgehen

 

Saras Geschichte ist nicht ungewöhnlich. Die meisten Kinder verlieren zu einem gewissen Zeitpunkt in ihrem Leben ihre Großmutter oder ihren Großvater. Eine Krankheit oder der Tod von Großeltern kann zu einer Vielzahl von Emotionen in der Familie führen. Kinder wie Sara, die zu jung sind, um die komplexen Ereignisse einzuordnen oder gar sie zu verstehen, teilen den Erwachsenen in ihrem Leben durch ihr Verhalten mit, dass sie mit der Krankheit oder dem Tod einer nahe stehenen Person nicht umgehen können. Wenn wir Erwachsenen damit beschäftigt sind, unser eigenes gestörtes Gefühlsleben in Ordnung zu bringen, vernachlässigen wir oft unvermeidlicherweise die emotionalen Bedürfnisse unserer Kinder.

 

Es ist für uns alle schwierig, mit dem Tod einer nahe stehenden Person umzugehen. Unabhängig davon, wie alt wir sind oder wie nahe wir unseren Eltern stehen, bedeutet der Tod unserer Eltern, dass wir zum ersten Mal in unserem Leben ohne diese Person leben müssen. Dabei werden wir unvermeidlicherweise mit unserer eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Für viele bedeutet der Tod eines Elternteils den ersten großen Verlust im Leben. Das stellt eine große Herausforderung an unsere Fähigkeit dar, mit dem Tod einer nahe stehenen Person umzugehen. Es ist schon schwer genug, ein guter Vater oder eine gute Mutter für ein Kleinkind zu sein - jetzt müssen gleichzeitig verschiedenartigste weitere Verantwortungen zu Hause und auf der Arbeitsstelle wahrgenommen werden: die Krankheit oder der Tod einer dem Kind nahe stehenden Person, die Beziehung zu unseren Geschwistern, die Trauer um die Eltern, die Trauer unserer Kinder und die Verwirrung, die durch den Tod von Großeltern entsteht. Für diese schwierigen Zeiten in unserem Leben gibt es keine Patentrezepte.

 

Hilfestellung für den Trauerprozess

 

Dazu kommt, dass Kinder sehr empfänglich sind für jegliche Gemütsveränderung. Ihr Kind wird sich daran erinnern, wie Sie sich angesichts des Todes der Großeltern verhalten haben und wird Sie darin in Zukunft nachahmen. Während solch schwieriger Lebensphasen können Sie Ihrem Kind also Wichtiges vermitteln. Wir haben einige Ratschläge zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen sollen, diese schwierige Zeit zu bestehen. Wenn Sie sich "richtig" verhalten, können Sie Ihrem Kind die wichtige Fähigkeit beibringen, schwierige Situationen in seinem eigenen Leben positiv zu meistern.

 

 

 

 

 

  • Beschreiben Sie für das Kind in einfachen Worten, was vor sich geht. Wenn der Großvater oder die Großmutter immer kränker wird, bereiten Sie Ihr Kind darauf vor, welche Veränderungen es wahrscheinlich sehen und erfahren wird. Sie könnten beispielsweise Folgendes sagen: "Die Oma kann nicht mehr ohne Hilfe gehen und benutzt deshalb eine Gehhilfe", oder "Hast du bemerkt, dass Opa jetzt viel Schlaf braucht? Er nimmt viele Medikamente, die seine Beschwerden erleichtern, aber sie machen ihn auch müde."

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  • Nehmen Sie Ihr Kind ruhig mit, wenn Sie die Großeltern im Krankenhaus besuchen. Bereits ein dreijähriges Kind kann von dieser Erfahrung profitieren. Wenn um eine schwere Krankheit herum viel Geheimniskrämerei betrieben wird, dann ist dies für ein Kind oft beängstigender als die Realität. Bereiten Sie Ihr Kind darauf vor, was es sehen und hören wird. Erzählen Sie ihm z. B., ob im Zimmer der Oma noch eine andere Patientin liegt oder ob der Opa eine intravenöse Infusion am Arm hat oder ob er eine Sauerstoffsonde vor der Nase hat. Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch über ungewöhnliche Gerüche und Geräusche im Krankenhaus, die ihm auffallen könnten. Und sagen Sie dem Kind, wie es sich während des Besuchs verhalten soll: "Opa wird müde sein und will wahrscheinlich nicht spielen wollen. Er muss sich ausruhen." Wenn das Verhalten der Großeltern, Wesensveränderungen oder ein Stimmungsumschwung das Kind erschrecken könnten, dann ist ein Besuch im Krankenhaus möglicherweise nicht angebracht. Setzen Sie sich stattdessen mit dem Kind zu Hause hin und malen Sie zusammen ein Bild der Oma oder nehmen Sie eine Kassette mit den Liedern und Geschichten auf, die das Kind mit dem Opa oder der Oma zusammen gesungen oder gelesen hat.

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  • Suchen Sie eine Aufgabe, die das Kind übernehmen kann, um zu helfen, wenn der Großvater oder die Großmutter krank wird. Dies ist sehr wichtig. Kinder können bereits im Alter von zweieinhalb oder drei Jahren "mithelfen". Das gibt dem Kind das Gefühl, dass es Teil des Pflegeprozesses ist und dass es der kranken Person etwas geben kann.

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  • Bereiten Sie Ihr Kind auf den bevorstehenden Tod der Großmutter oder des Großvaters vor. Falls Sie Ihrem Kind erzählt haben, dass die Oma sehr krank ist, wird es sicherlich die unvermeidliche und schmerzliche Frage stellen: "Wird die Oma sterben?" Obwohl es wahrscheinlich gegen Ihren Instinkt geht, auf diese Frage ehrlich zu antworten, ist es für ein gesundes Gefühlsleben Ihres Kindes wichtig, dass Sie die volle Wahrheit, von der auch das Kind betroffen sein wird, mit ihm teilen. Beantworten Sie die Frage also ehrlich: "Ja, ich glaube, dass Oma bald sterben wird.". Lügen Sie Ihr Kind niemals an. Versichern Sie ihm, dass Sie ihm zur Seite stehen werden, und dass die ganze Familie diese schwierige Situation zusammen durchstehen wird. Was Sie dem Kind genau erzählen und wie Sie die Situation erklären, hängt natürlich vom Alter des Kindes ab und davon, wie viel das Kind verstehen kann, wie es auf die Neuigkeiten reagieren wird und ob es schon zuvor ähnliche Verluste erlitten hat.

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  • Suchen Sie Beispiele aus den Erfahrungen von Freunden oder Nachbarn, anhand derer Sie die Situation erklären können. Weisen Sie das Kind darauf hin, wie die betreffenden Familien nach dem Tod einer nahe stehenden Person wieder zu einem normalen Alltag zurückgefunden haben.

     


  • Lassen Sie Ihr Kind wissen, dass auch Sie nach dem Tod einer nahe stehenden Person trauern. Es tut dem Kind gut zu sehen, dass es in Ordnung ist, traurig zu sein. Erklären Sie ihm dann, was Sie fühlen, dass Sie traurig, aufgebracht oder erschöpft sind, und versichern Sie ihm, dass Sie immer noch für es da sind und dass Sie sich um es kümmern werden, auch wenn Sie trauern. Das ist eine wichtige Information, die das Kind oft hören muss.

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  • Ermutigen Sie Ihr Kind, nach dem Tode an einem Gedenkgottesdienst oder an einem entsprechenden Familienritual teilzunehmen, wenn es alt genug ist, um den Sinn des Ereignisses zu verstehen. Wenn es verbal ausdrücken kann, was vor sich geht - "Wir verabschieden uns von meiner Oma" - dann ist es mit ziemlicher Sicherheit bereit, an einem solchen Ritual teilzunehmen. Beschreiben Sie in einfachen Worten, was ablaufen wird. Wenn das Kind zu jung ist, um den Vorgang zu verstehen oder ängstlich oder verwirrt scheint oder Ihnen sagt, dass es nicht hingehen will, lassen Sie das Kind zu Hause und bitten Sie eine dem Kind bekannte erwachsene Person, sich während dieser Zeit um das Kind zu kümmern.

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  • Gehen Sie nie einfach davon aus, dass das Kind vom Tod des Großvaters oder der Großmutter nicht betroffen ist, nur weil es so jung ist. Ihr Kind beobachtet Sie, hört Ihnen zu und lernt von Ihnen. Die Informationen, die es mitbekommt, wenn Sie mit Familienmitgliedern, Freunden oder Ärzten sprechen - auch am Telefon - können für das Kind verwirrend, beängstigend und sogar überwältigend sein.

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  • Belasten Sie Ihr Kind nicht mit zu vielen Informationen. Wenn Sie Ihrem Kind genau zuhören, wird es Ihnen sagen, was und wie viel es wann wissen will.

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  • Versuchen Sie nicht, die perfekte Mutter oder der perfekte Vater zu sein. Während den anstrengendsten Zeiten in Ihrem Leben müssen Sie gleichzeitig ein Sohn oder eine Tochter, ein Bruder oder eine Schwester, eine Pflegeperson und ein Vater oder eine Mutter sein. Versuchen Sie z. B. während der Mahlzeiten mit der Familie und zur Schlafenszeit für Ihr Kind da zu sein. Wenden Sie sich ruhig an Freunde oder Familienmitglieder, wenn Sie während der Trauerzeit Hilfe brauchen.

 

Großeltern sind unsere Verbindung zur Vergangenheit. Sie spielen im Leben eines Kindes eine ganz besondere Rolle, unabhängig davon, ob sie sich täglich um das Kind kümmern, ob sie das Kind nur zu speziellen Anlässen sehen oder ob sie über Briefe, das Telefon oder das Internet mit dem Kind kommunizieren. Die Art und Weise, wie wir als Eltern unsere Kinder durch ein Ereignis wie den Tod der Großmutter oder des Großvaters führen, wird maßgeblich sein für andere emotionale Ereignisse, mit denen unsere Kinder später im Leben konfrontiert werden. Was genau so wichtig ist, sind die Erinnerungen an die Großeltern. Diese sind für das Kind wie ein Vermächtnis, ein Schatz an Erfahrungen, den es immer bei sich tragen wird.

 

Häufig gestellte Fragen

 

Frage: Wie soll ich antworten, wenn mein Kind fragt: "Was geschieht, wenn man stirbt? Tut es weh? Wo geht man hin?"

 

Maria Trozzi: Die meisten Kleinkinder erwarten konkrete Antworten auf solche Fragen. Ein guter Rat ist, nur auf die Fragen zu antworten, die das Kind Ihnen stellt. Sie können Ihr Kind auch danach fragen, warum es diese Frage stellt. Ich würde folgendermaßen antworten: "Wenn jemand stirbt, dann hört der Körper auf zu funktionieren, und der Mensch kann nicht mehr atmen, nicht mehr essen, nicht mehr denken und nicht mehr gehen. Er spürt nicht einmal Schmerzen. Nein, es tut überhaupt nicht weh. Die Körper der meisten Menschen, die gestorben sind, werden auf Friedhöfen begraben."

 

Frage: Soll ich meinen vierjährigen Sohn zu einer Bestattung mitnehmen, wo er möglicherweise den Leichnam seines Großvaters sehen könnte? Wenn ja, soll ich ihm erlauben, den Leichnam zu sehen oder soll ich ihn vom Sarg fernhalten, damit er nicht erschrickt?

 

Maria Trozzi: Damit eine Bestattung eine positive Erfahrung für ein Kind ist, muss es diese verstehen können. Die meisten vierjährigen Kinder würden von einer Bestattung überfordert sein, besonders wenn sie dabei den Leichnam der verstorbenen Person sehen. Um herauszufinden, ob Ihr Kind für eine solche Erfahrung bereit ist, erklären Sie ihm kurz und genau, was bei einem Begräbnis vor sich geht. Bitten Sie das Kind dann, Ihnen zu erzählen, was es verstanden hat. Wenn das Kind gut ausdrücken kann, was und wie es das verstanden hat, ist es möglicherweise bereit dafür, an einigen Abschnitten der Beisetzung teilzunehmen. Ein Teil dieser Familienerfahrung zu sein und zu beobachten, wie wir uns in unserer Kultur an geliebte Menschen nach ihrem Tod erinnern, ist ein eindrucksvolles Erlebnis, vorausgesetzt, dass das Kind dafür bereit ist.

 

Frage: Meine Mutter ist vor kurzem gestorben. Wie lange soll ich warten, bevor ich meine Tochter wieder in den Kindergarten und zu anderen normalen Aktivitäten schicke?

 

Maria Trozzi: Kleinkinder brauchen und lieben Routine! Wenn Ihre Tochter dazu bereit ist, können Sie sie sofort wieder in den Kindergarten schicken. Sie wird ihre Freunde und ihre Betreuerin sehen wollen und möchte den anderen in der Gruppe möglicherweise von ihrer Großmutter erzählen. Denken Sie daran, dass Ihre Tochter in diesem Alter vielleicht noch denken wird, dass die Oma "zurückkommt". Die Art, wie Sie trauern, wird für Ihre Tochter der eindrucksvollste Teil dieser Erfahrung sein.

 

Frage: Wie erkläre ich meinem Kleinkind, dass seine Großmutter sehr krank ist und sterben wird?

 

Maria Trozzi: Als Eltern wollen wir unsere Kinder oft vor schwierigen Situationen schützen. Sehen Sie diese Situation jedoch als eine Möglichkeit an, Ihrem Kind beizubringen, wie es mit schwierigen Situationen fertig werden kann. Wenn die Oma immer kränker wird, helfen Sie Ihrem Kind, dies zu verstehen, indem Sie beschreiben, wie die Oma aussieht, was sie tun und was sie nicht mehr tun kann. Sprechen Sie mit dem Kind auch über Ihre eigenen Gefühle. Sagen Sie zum Beispiel: "Erinnerst du dich, wie die Oma deine Lieblingsspiele mit dir spielen konnte und ihr zusammen Kekse gebacken habt? Jetzt ist sie krank und müde und kann das nicht mehr."

 

Wenn ihr Zustand schon sehr ernst ist:
"Jetzt schläft die Oma viel. Sie ist sehr müde und kann nicht immer viel Lärm um sich haben. Hast du gesehen, dass sie in einem anderen Bett schläft? Im neuen Bett kann sie einfacher sitzen."

 

Und zum Ende hin:
"Oma schluckt viele verschiedene Pillen, weil sie so krank ist. Die Pillen helfen ihr gegen die Schmerzen, aber sie machen sie auch sehr müde. Ja, sie schläft jetzt die meiste Zeit und kann nicht mehr viel essen."

 

Zu diesem Zeitpunkt werden Kleinkinder vielleicht fragen, ob die Oma sterben wird. Erklären Sie Ihrem Kind, dass die Oma eines Tages sterben wird und vielleicht schon bald. Warten Sie, ob Ihr Kind weitere Fragen stellt. Es wird möglicherweise mehr Fragen zum Thema stellen wollen, vielleicht aber auch nicht. Folgen Sie dabei Ihrem Kind.

 

 


 
 
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