
Saras Großvater lag im Krankenhaus. Er wohnte zu Hause bei Saras Familie, schon vor Saras Geburt. Letzte Woche erlitt er einen schweren Schlaganfall und er würde wahrscheinlich nicht mehr lange leben. Saras Tante war vor kurzem mit ihrem dreijährigen Kind gekommen und übernachtete mit ihm im Gästezimmer. Der gewohnte Alltag der Familie war durcheinander gebracht. Saras Mutter versuchte, ihre Verantwortung als Mutter von zwei Kleinkindern, als Tochter eines schwer kranken Vaters und als Anwältin in einer Kanzlei unter einen Hut zu bringen.
Mit dem Tod einer nahe stehenden Person umgehen
Hilfestellung für den Trauerprozess
Häufig gestellte Fragen
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Mit dem Tod einer nahestehenden Person umgehen
Saras Geschichte ist nicht ungewöhnlich. Die meisten Kinder verlieren zu einem gewissen Zeitpunkt in ihrem Leben ihre Großmutter oder ihren Großvater. Eine Krankheit oder der Tod von Großeltern kann zu einer Vielzahl von Emotionen in der Familie führen. Kinder wie Sara, die zu jung sind, um die komplexen Ereignisse einzuordnen oder gar sie zu verstehen, teilen den Erwachsenen in ihrem Leben durch ihr Verhalten mit, dass sie mit der Krankheit oder dem Tod einer nahe stehenen Person nicht umgehen können. Wenn wir Erwachsenen damit beschäftigt sind, unser eigenes gestörtes Gefühlsleben in Ordnung zu bringen, vernachlässigen wir oft unvermeidlicherweise die emotionalen Bedürfnisse unserer Kinder.
Es ist für uns alle schwierig, mit dem Tod einer nahe stehenden Person umzugehen. Unabhängig davon, wie alt wir sind oder wie nahe wir unseren Eltern stehen, bedeutet der Tod unserer Eltern, dass wir zum ersten Mal in unserem Leben ohne diese Person leben müssen. Dabei werden wir unvermeidlicherweise mit unserer eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Für viele bedeutet der Tod eines Elternteils den ersten großen Verlust im Leben. Das stellt eine große Herausforderung an unsere Fähigkeit dar, mit dem Tod einer nahe stehenen Person umzugehen. Es ist schon schwer genug, ein guter Vater oder eine gute Mutter für ein Kleinkind zu sein - jetzt müssen gleichzeitig verschiedenartigste weitere Verantwortungen zu Hause und auf der Arbeitsstelle wahrgenommen werden: die Krankheit oder der Tod einer dem Kind nahe stehenden Person, die Beziehung zu unseren Geschwistern, die Trauer um die Eltern, die Trauer unserer Kinder und die Verwirrung, die durch den Tod von Großeltern entsteht. Für diese schwierigen Zeiten in unserem Leben gibt es keine Patentrezepte.
Hilfestellung für den Trauerprozess
Dazu kommt, dass Kinder sehr empfänglich sind für jegliche Gemütsveränderung. Ihr Kind wird sich daran erinnern, wie Sie sich angesichts des Todes der Großeltern verhalten haben und wird Sie darin in Zukunft nachahmen. Während solch schwieriger Lebensphasen können Sie Ihrem Kind also Wichtiges vermitteln. Wir haben einige Ratschläge zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen sollen, diese schwierige Zeit zu bestehen. Wenn Sie sich "richtig" verhalten, können Sie Ihrem Kind die wichtige Fähigkeit beibringen, schwierige Situationen in seinem eigenen Leben positiv zu meistern.
Großeltern sind unsere Verbindung zur Vergangenheit. Sie spielen im Leben eines Kindes eine ganz besondere Rolle, unabhängig davon, ob sie sich täglich um das Kind kümmern, ob sie das Kind nur zu speziellen Anlässen sehen oder ob sie über Briefe, das Telefon oder das Internet mit dem Kind kommunizieren. Die Art und Weise, wie wir als Eltern unsere Kinder durch ein Ereignis wie den Tod der Großmutter oder des Großvaters führen, wird maßgeblich sein für andere emotionale Ereignisse, mit denen unsere Kinder später im Leben konfrontiert werden. Was genau so wichtig ist, sind die Erinnerungen an die Großeltern. Diese sind für das Kind wie ein Vermächtnis, ein Schatz an Erfahrungen, den es immer bei sich tragen wird.
Frage: Wie soll ich antworten, wenn mein Kind fragt: "Was geschieht, wenn man stirbt? Tut es weh? Wo geht man hin?"
Maria Trozzi: Die meisten Kleinkinder erwarten konkrete Antworten auf solche Fragen. Ein guter Rat ist, nur auf die Fragen zu antworten, die das Kind Ihnen stellt. Sie können Ihr Kind auch danach fragen, warum es diese Frage stellt. Ich würde folgendermaßen antworten: "Wenn jemand stirbt, dann hört der Körper auf zu funktionieren, und der Mensch kann nicht mehr atmen, nicht mehr essen, nicht mehr denken und nicht mehr gehen. Er spürt nicht einmal Schmerzen. Nein, es tut überhaupt nicht weh. Die Körper der meisten Menschen, die gestorben sind, werden auf Friedhöfen begraben."
Frage: Soll ich meinen vierjährigen Sohn zu einer Bestattung mitnehmen, wo er möglicherweise den Leichnam seines Großvaters sehen könnte? Wenn ja, soll ich ihm erlauben, den Leichnam zu sehen oder soll ich ihn vom Sarg fernhalten, damit er nicht erschrickt?
Maria Trozzi: Damit eine Bestattung eine positive Erfahrung für ein Kind ist, muss es diese verstehen können. Die meisten vierjährigen Kinder würden von einer Bestattung überfordert sein, besonders wenn sie dabei den Leichnam der verstorbenen Person sehen. Um herauszufinden, ob Ihr Kind für eine solche Erfahrung bereit ist, erklären Sie ihm kurz und genau, was bei einem Begräbnis vor sich geht. Bitten Sie das Kind dann, Ihnen zu erzählen, was es verstanden hat. Wenn das Kind gut ausdrücken kann, was und wie es das verstanden hat, ist es möglicherweise bereit dafür, an einigen Abschnitten der Beisetzung teilzunehmen. Ein Teil dieser Familienerfahrung zu sein und zu beobachten, wie wir uns in unserer Kultur an geliebte Menschen nach ihrem Tod erinnern, ist ein eindrucksvolles Erlebnis, vorausgesetzt, dass das Kind dafür bereit ist.
Frage: Meine Mutter ist vor kurzem gestorben. Wie lange soll ich warten, bevor ich meine Tochter wieder in den Kindergarten und zu anderen normalen Aktivitäten schicke?
Maria Trozzi: Kleinkinder brauchen und lieben Routine! Wenn Ihre Tochter dazu bereit ist, können Sie sie sofort wieder in den Kindergarten schicken. Sie wird ihre Freunde und ihre Betreuerin sehen wollen und möchte den anderen in der Gruppe möglicherweise von ihrer Großmutter erzählen. Denken Sie daran, dass Ihre Tochter in diesem Alter vielleicht noch denken wird, dass die Oma "zurückkommt". Die Art, wie Sie trauern, wird für Ihre Tochter der eindrucksvollste Teil dieser Erfahrung sein.
Frage: Wie erkläre ich meinem Kleinkind, dass seine Großmutter sehr krank ist und sterben wird?
Maria Trozzi: Als Eltern wollen wir unsere Kinder oft vor schwierigen Situationen schützen. Sehen Sie diese Situation jedoch als eine Möglichkeit an, Ihrem Kind beizubringen, wie es mit schwierigen Situationen fertig werden kann. Wenn die Oma immer kränker wird, helfen Sie Ihrem Kind, dies zu verstehen, indem Sie beschreiben, wie die Oma aussieht, was sie tun und was sie nicht mehr tun kann. Sprechen Sie mit dem Kind auch über Ihre eigenen Gefühle. Sagen Sie zum Beispiel: "Erinnerst du dich, wie die Oma deine Lieblingsspiele mit dir spielen konnte und ihr zusammen Kekse gebacken habt? Jetzt ist sie krank und müde und kann das nicht mehr."
Wenn ihr Zustand schon sehr ernst ist:
"Jetzt schläft die Oma viel. Sie ist sehr müde und kann nicht immer viel Lärm um sich haben. Hast du gesehen, dass sie in einem anderen Bett schläft? Im neuen Bett kann sie einfacher sitzen."
Und zum Ende hin:
"Oma schluckt viele verschiedene Pillen, weil sie so krank ist. Die Pillen helfen ihr gegen die Schmerzen, aber sie machen sie auch sehr müde. Ja, sie schläft jetzt die meiste Zeit und kann nicht mehr viel essen."
Zu diesem Zeitpunkt werden Kleinkinder vielleicht fragen, ob die Oma sterben wird. Erklären Sie Ihrem Kind, dass die Oma eines Tages sterben wird und vielleicht schon bald. Warten Sie, ob Ihr Kind weitere Fragen stellt. Es wird möglicherweise mehr Fragen zum Thema stellen wollen, vielleicht aber auch nicht. Folgen Sie dabei Ihrem Kind.