Frage:
Ich bin in der 37. Schwangerschaftswoche. Bei mir hat man gerade Gestationsdiabetes festgestellt. Muss ich mir so spät in meiner Schwangerschaft um Diabetes Sorgen machen?
Antwort:
Dr. Zwelling: Auch wenn Ihr Schwangerschaftsdiabetes erst in der 37. Woche festgestellt wurde, muss er in den letzten Wochen Ihrer Schwangerschaft besonders gut behandelt werden. Bei ein bis drei Prozent der Frauen steigt während der Schwangerschaft der Glukose-(Zucker-)Spiegel im Blut, da die normalen Schwangerschaftshormone abnehmen oder die Insulinproduktion des Körpers verringern. Durch einen Glukosetoleranztest im späteren Verlauf der Schwangerschaft kann man einen Schwangerschaftsdiabetes feststellen. Man weißt nach, wie effektiv das körpereigene Insulin den Blutzuckergehalt senken kann. Als Teil dieses Tests müssen Sie zuckerhaltige Limonade trinken. Eine Stunde später zeigt dann eine Blutprobe, wie gut Ihr Körper den Zucker abgebaut hat. Wenn der Glukosespiegel in Ihrem Blut zu hoch ist, deutet das darauf hin, dass die Schwangerschaft Ihre Insulinproduktion eingeschränkt hat und Sie an Gestationsdiabetes erkrankt sind. Um Komplikationen vorzubeugen, müssen bei einer Frau mit Gestationsdiabetes die Schwangerschaft und ihr Kind genauer überwacht werden. Der hohe Blutzuckerspiegel kann dazu führen, dass der Fötus sehr viel schwerer wird. Sie brauchen häufigere Vorsorgeuntersuchungen und möglicherweise weitere Tests, um Ihren Glukosespiegel und das Wohlergehen Ihres Kinds zu überwachen. Zu diesen Tests gehören die Zählung der Fötusbewegungen, Ultraschalluntersuchungen, Nichtbelastungstests und eine Untersuchung des Fruchtwassers (Amniozentese). Aufgrund der heutigen Überwachungs- und Behandlungsmöglichkeiten stellt ein Gestationsdiabetes kein großes Problem dar. Es ist jedoch sehr wichtig, dass Sie die Empfehlung Ihres Arztes, häufigere Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen, befolgen.