
Beachten Sie, dass Husten an sich für Kinder im Alter von mehr als einem Jahr selten ein Problem darstellt. Länger andauernder, schwerer Husten kann aber für einen Säugling sehr schnell erschöpfend sein. Nachstehend finden Sie eine Liste der häufigsten Hustenarten bei Babies und deren häufigsten Ursachen. Die Liste kann Ihnen vielleicht die Suche nach dem Grund für das Husten Ihres Kindes erleichtern.
Husten während einer Erkältung
Husten bei einem Säugling, der jünger ist als drei Monate
Husten, begleitet von hohem Fieber
Husten, begleitet von stark verändertem Verhalten, üblicherweise mit Fieber
Husten, begleitet von Atembeschwerden
Husten, der nachts schlimmer wird
Husten, der tagsüber schlimmer ist und zur Schlafenszeit nachlässt
Husten mit komischen Geräuschen, wenn das Baby einatmet
Husten mit komischen Geräuschen, wenn das Baby ausatmet
Husten, der zu Erbrechen führt
Husten, der länger als einen Monat andauert
Andere Familienmitglieder mit Husten
Husten während einer Erkältungskrankheit
Die meisten Erkältungen bei Kindern werden bei Babies von zwei Hustenarten: trockenem Husten oder von Husten mit Auswurf begleitet. Dieser Husten kann auch noch andauern, nachdem die anderen Symptome bereits abgeklungen sind. In diesem Fall brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Falls jedoch die nachfolgenden Symptome auftreten, rufen Sie sofort Ihren Kinderarzt an:
Der Grund für plötzlich aus völliger Gesundheit heraus auftretenden Husten ist nicht selten ein Fremdkörper in den Atemwegen. In Deutschland ist dies in mehr als 90 % der Fälle eine Erdnuss! In Frage kommt aber auch z. B. ein Stück eines anderen harten Nahrungsmittels, ein Spielzeugteil, etwas Erbrochenes oder eine Münze. Säuglinge, die nach Gegenständen greifen können, sind am meisten gefährdet, besonders wenn sie ältere Geschwister haben, die das Baby füttern wollen oder ihm Spielzeug geben. Falls Sie vermuten, dass ein Gegenstand im Hals Ihres Kindes festsitzt, stecken Sie nicht Ihren Finger in seinen Hals. Das könnte Erbrechen auslösen und so die Situation verschlimmern. Entfernen Sie einen Gegenstand nur dann aus dem Mund eines Kindes, wenn Sie ihn sehen und problemlos entfernen können. Beruhigen Sie das Kind, halten Sie es still und rufen Sie sofort Ihren Kinderarzt oder den ärztlichen Notdienst an.
Falls kein Fremdkörper die Atemwege versperrt, das Kind hohes Fieber, Atemnot und eine ""kloßige"" Sprache hat, sabbert, und darauf besteht, aufrecht zu sitzen, dann könnte eine schwere Krankheit vorliegen, die unter dem Namen Epiglottitis oder Kehldeckelentzündung bekannt ist. Rufen Sie sofort Ihren Kinderarzt bzw. den ärztlichen Notdienst an. Eine Epiglottitis tritt heutzutage dank der Hib-Impfung in Deutschland praktisch nur noch bei nicht oder unvollständig geimpften Kindern auf. Siehe Impfungen.
Weitere Hustenarten bei Babies: Bellender Husten und Heiserkeit sind Symptome vieler Virusinfektionen, die den Kehlkopf mit den Stimmbändern und den darunterliegenden Teil der Luftröhre betreffen. Die Erkältung bei Kindern führt zur Anschwellung der Schleimhäute, daher zur Einengung der Atemwege und so zum Husten. In Deutschland spricht man von ""Pseudokrupp"", um die Krankheit von der Diphtherie, dem ""echten Krupphusten"" zu unterscheiden. In allen Zweifelsfällen zögern Sie nicht, unverzüglich einen (Kinder-)Arzt zu befragen. Rufen Sie ihn an falls …
Vereinbaren Sie einen Arzttermin, falls …
Husten bei einem Säugling, der jünger ist als drei Monate
Husten bei einem Kind, das jünger ist als drei Monate, kann auf eine ernsthafte Krankheit hinweisen, etwa eine Lungenentzündung oder eine Bronchitis. Beide können für einen jungen Säugling gefährlich werden, wenn er sich durch die zusätzlich aufzubringende Atemtätigkeit und den Husten erschöpft. Rufen Sie sofort Ihren Kinderarzt an, wenn der Husten mehr als ein paar Stunden andauert. Rufen Sie Ihn auch sofort an, wenn der Husten plötzlich auftritt und das Kind Fieber mit einer Körpertemperatur von 38,5°C oder mehr hat.
Husten, begleitet von hohem Fieber
Wenn der Husten mit einer Körpertemperatur von mehr als 38,5° C einhergeht, könnte das auf eine Lungenentzündung hinweisen, besonders wenn das Kind schnell atmet, teilnahmslos ist und keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen will. Fragen Sie sofort Ihren Kinderarzt.
Husten, begleitet von stark verändertem Verhalten, üblicherweise mit Fieber
Diese Symptome können z. B. auf eine Lungenentzündung hinweisen. Rufen Sie sofort Ihren Kinderarzt an.
Husten, begleitet von Atembeschwerden
Atembeschwerden können Ausdruck einer schwerwiegenden Krankheit sein und sollten daher baldmöglichst von einem Kinderarzt abgeklärt werden. Falls die Symptome plötzlich auftreten, rufen Sie sofort den ärztlichen Notdienst an. Achten Sie auf folgende Anzeichen:
Husten mit blutigem Auswurf ist meistens auf noch nicht lange zurückliegendes Nasenbluten oder eine Reizung der Nase zurückzuführen. In diesem Fall besteht kein Grund zur Sorge. Wenn das Kind jedoch kein Nasenbluten hatte, bedarf das Husten mit blutigem Auswurf einer sofortigen Abklärung durch einen Kinderarzt.
Husten, der nachts schlimmer wird
Meistens verschlimmert sich infektionsbedingter Husten nachts, weil der vermehrt produzierte Schleim aus Nasen- und Nebenhöhlen in den Rachen fließt, wenn Ihr Kind liegt. Dadurch kommt es zu einem Kitzeln im Hals, und das löst den Hustenreiz aus. Falls Ihr Kind die Nacht durchschläft, liegt wahrscheinlich keine besorgniserregende Situation vor. Falls der Husten das Kind jedoch wach hält, heben Sie den Kopf des Kindes mit einem Kissen unter der Matratze an. Legen Sie keine Kissen oder gefaltete Decken direkt in das Kinderbett, da Sie dadurch das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöhen und älteren Kindern vielleicht sogar das Atmen erschweren. Husten ohne Fieber, der über mehr als eine Woche ohne Besserungstendenz anhält, muss bei ungeimpften Kindern an einen Keuchhusten (Pertussis) denken lassen.
Husten, der tagsüber schlimmer ist und zur Schlafenszeit nachlässt
Husten, der tagsüber schlimmer wird, ist oft auf eine Allergie zurückzuführen. Bewegung, kalte Luft und Stress verschlimmern diese Art von Husten häufig noch. Infektionsbedingter Husten kann einige Tage oder bis zu drei Wochen dauern und muss nur behandelt werden, falls außer dem Husten noch weitere Symptome auftreten. Lassen Sie den Dingen einfach ihren Lauf, bis die Virusinfektion abgeklungen ist. Ihr Kind ist glücklicherweise nicht die ganze Zeit über ansteckend, sondern nur am Anfang. Wenn Ihr Kind in gutem Allgemeinzustand ist, aber nach einer Woche immer noch hustet, ohne dass sich eine Besserung abzeichnet, sollte ein Arzt die Symptome beurteilen. Auch die Frage, ob eine Allergie vorliegt, sollte vom Arzt geklärt werden.
Husten mit komischen Geräuschen, wenn das Kind einatmet
Eine geräuschvolle Atmung weist auf eine Behinderung der Luftströmung hin. Hört man das Geräusch vor allem während des Einatmens, liegt die Behinderung weiter oben, meist am Kehlkopf oder im Rachen. Rufen Sie Ihren Kinderarzt an und lassen Sie ihn die Geräusche, die Ihr Kind beim Atmen macht, übers Telefon anhören. Der Kinderarzt kann daraus möglicherweise wichtige Rückschlüsse ziehen. Falls Ihr Kind die nachfolgenden Symptome aufweist, rufen Sie sofort Ihren Kinderarzt an. Wenn Sie ihn nicht erreichen, rufen Sie den ärztlichen Notdienst an.
Wenn Ihr Kind nach einem schweren, stakkatoartigen Hustenanfall tief Atem holt und dabei oft ein jauchzendes Geräusch macht, könnte es an Pertussis (Keuchhusten) leiden. Keuchhusten betrifft praktisch ausschließlich ungeimpfte Kinder. Keuchhusten kann gerade für sie lebensbedrohlich sein. Falls Sie vermuten, dass Ihr Kind an Keuchhusten leidet, rufen Sie sofort Ihren Kinderarzt an. Falls Sie ihn nicht erreichen oder falls Ihr Kind sehr blass ist, rufen Sie den ärztlichen Notdienst an. Ein großer Teil der Säuglinge mit Keuchhusten hustet nur wenig. Diese Kinder hören vielmehr oft plötzlich und unerwartet auf zu atmen und müssen daher in einer Klinik mit einem Monitor überwacht werden.
Husten mit komischen Geräuschen, wenn das Kind ausatmet
Eine geräuschvolle Ausatmung weist auf ein Atemhindernis im Bereich der unteren Luftwege hin – meist sind die Bronchien betroffen. Man hört z. B. pfeifende, brummende oder rasselnde Geräusche. Die Ursache der Atembehinderung kann eine Infektion, eine Allergie, eine Überempfindlichkeit oder ein Fremdkörper sein (siehe ""plötzlicher Husten""). Diese keuchenden und pfeifenden Atemgeräusche haben Sie vielleicht schon einmal gehört bei einer Person, die an Asthma leidet. Rufen Sie sofort Ihren Kinderarzt an und fragen Sie ihn, was Sie unternehmen müssen – es sei denn, es handelt sich um eine Allergie oder Überempfindlichkeit, die Sie bereits kennen, Sie verfügen über die nötigen Medikamente und beherrschen die nötigen Behandlungsmaßnahmen. Bringen Sie Ihr Kind ans Telefon. Wenn der Arzt das Kind atmen hört, kann er vielleicht schon besser entscheiden, was unternommen werden muss.
Husten, der zu Erbrechen führt
Husten mit Erbrechen findet man oft bei Säuglingen, da sie nicht richtig aushusten können. Sie verschlucken den Schleim und werden ihn etwas später wieder erbrechen. Wenn Husten mit Erbrechen jedoch von Atembeschwerden, einer Veränderung der Lippenfarbe oder einem Keuchen nach Ende eines Hustenanfalls (Keuchhusten siehe oben) begleitet wird, rufen Sie sofort Ihren Kinderarzt an.
Husten, der länger als einen Monat andauert
Ein solcher Husten ist meist lediglich auf das Pech zurückzuführen, dass das (Klein-)Kind eine Erkältung nach der anderen bekommt. Sicherheitshalber sollten Sie einen Arzttermin vereinbaren, um eine Allergie, eine chronische Infektion, eine Nahrungsmittel-Überempfindlichkeit oder eine chronische Krankheit auszuschließen. Der Arzt wird Sie fragen, ob Kontaktpersonen des Kindes an Atemwegserkrankungen leiden.
Andere Familienmitglieder mit Husten
Es ist immer ratsam, Ihr Kind von allen Personen mit Husten fernzuhalten, es sei denn, der Husten ist nicht durch eine Infektionskrankheit bedingt oder er klingt schon wieder ab. Dieser Rat gilt auch für Angestellte in der Kindertagesstätte und für Babysitter. Gegen einige schwerverlaufende Infektionskrankheiten ist das Kind dadurch geschützt, dass es vor der Geburt von der Mutter Antikörper erhalten hat. Diese Abwehrstoffe können eindringende Mikroorganismen bis etwa zum 3. bis 6. Monat mit einiger Sicherheit abwehren. Leider gibt es diesen Nestschutz nur für einige wenige – und wirklich nicht für alle – Mikroorganismen wie Haemophilus influenzae b oder für Pneumokokken, und leider verliert sich der Nestschutz, sodass das Kind etwa ab dem sechsten Monat auf seine eigenen Abwehrkräfte angewiesen ist. Auch das Stillen ist ein zusätzlicher Schutz gegen Infektionskrankheiten – aber wiederum gilt, dass auch dieser Schutz nur gegen einige Infektionskrankheiten besteht und zeitlich begrenzt ist.
Raucher stellen für Säuglinge ein großes Risiko dar, und zwar nicht nur, weil Raucher oft an Lungeninfektionen leiden, sondern auch, weil der Zigarettenrauch Kinder anfälliger für Krankheiten macht. Sorgen Sie deshalb wann immer möglich für eine rauchfreie Umgebung für Ihr Kind.
Erwachsene mit chronischem Husten, besonders ältere Menschen, können, zunächst ohne es zu wissen, an einer Tuberkulose leiden. Vermeiden Sie daher mit Ihrem Kind den Kontakt zu Erwachsenen, die einen chronischen Husten haben – der oft als Raucherhusten oder chronische Bronchitis abgetan wird, bis Sie sicher sind, dass keine Tuberkulose vorliegt.
Die meisten Kinder, die an Husten leiden, brauchen keine spezielle Behandlung. Gegen die meist ursächlichen Erkältungen bei Babies kann man ohnehin nichts machen, und da der Husten dazu dient, die Infektion abzuwehren, sollte man ihn in unkomplizierten Fällen auch nicht mit irgendwelchen Medikamenten stoppen. Es ist für die Eltern jedoch schwierig, einfach abzuwarten und nichts tun zu können. Beachten Sie daher die folgenden Tipps:
Bevor Sie den Kinderarzt anrufen
Die meisten Ursachen von Husten können problemlos zu Hause behandelt werden, und Sie brauchen keinen besonderen ärztlichen Rat. Wenn Ihr Kind jedoch ernsthafte Symptome aufweist – wenn es sehr krank aussieht, blass ist, sich anders als normal verhält oder eines der oben beschriebenen, ernsthaften Symptome zeigt – rufen Sie auf jeden Fall Ihren Kinderarzt an. Falls es keine Notfallsituation ist, nehmen Sie sich einige Minuten Zeit und tragen Sie die folgenden Informationen zusammen, bevor Sie zum Telefonhörer greifen. Diese Informationen helfen Ihrem Kinderarzt, eine genaue Diagnose zu stellen.