
Wenn Sie ein Fertilitätsproblem vermuten, lassen Sie sich am besten einen Arzttermin geben. Im Folgenden haben wir Informationen zu einigen häufigeren Fertilitätsproblemen bei Mann und Frau zusammengestellt. Weitere Internet-Adressen, die hilfreich sein könnten, sind z.B. auf Familienplanung.de, dem Online-Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu finden, oder auf einer Seite der Universität Heidelberg.
Fertilitätsprobleme bei Frauen![]()
Probleme mit dem Eisprung![]()
Probleme mit den Eileitern![]()
Endometriose![]()
Fertilitätsprobleme bei Frauen
Der Großteil der Fertilitätsprobleme von Frauen ist bedingt durch ein Problem mit dem Eisprung (häufig findet gar kein Eisprung statt), durch Probleme mit den Eileitern (so dass die Spermien nicht zum Ei gelangen) oder durch Endometriose, die Auswirkungen auf den Eisprung selbst oder auf die Wanderung der Zelle durch den Eileiter haben kann.Der Eisprung wird durch Hormone gesteuert. Ist der Hormonspiegel gestört – aus welchen Gründen auch immer – kann dies den Eisprung behindern. Ein Zeichen dafür kann z. B. eine unregelmäßige Periode sein. Dies bedeutet, dass nicht in jedem Zyklus ein Eisprung stattfindet.Weitere Faktoren, die die weibliche Fruchtbarkeit beeinflussen
Fibroide
Fibroide sind Geschwülste im Muskelgewebe der Gebärmutter und können die Eileiter verstopfen oder das Einnisten des befruchteten Eis in die Gebärmutterschleimhaut verhindern. Fibroide können entfernt werden. Ihr Arzt beschreibt Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten hierzu.Alter
Ihr Alter spielt für die Fruchtbarkeit ebenfalls eine Rolle. Bei Eintritt in die Pubertät befindet sich in den Eierstöcken der Frau ein Vorrat von ca. 300.000 Eizellen. Mit zunehmendem Alter nimmt diese Zahl ab. Im Alter von 38 bis 40 Jahren beschleunigt sich die Abnahme. Außerdem sinkt die Qualität der verbleibenden Eizellen. Beide Faktoren in Kombination bewirken, dass die Fruchtbarkeit ab einem Alter von 40 Jahren rapide sinkt. Bei Männern sinkt die Fruchtbarkeit ebenfalls mit zunehmendem Alter.
Fertilitätsprobleme bei Männern
Niedrige Spermienzahl oder schlechte Spermienqualität
Die Hauptursache verminderter Zeugungsfähigkeit ist eine niedrige Spermienzahl oder schlechte Spermienqualität. Dies bedeutet, dass nicht so viele Spermien vorhanden sind, wie vorhanden sein könnten. Damit sinken die Chancen, dass ein Ei befruchtet wird. Ebenso ist es möglich, dass die Spermien das Ei nicht erreichen und die Eihülle durchdringen können, um das Ei zu befruchten. Wärme reduziert die Spermienproduktion und kann damit die Spermienzahl senken. Ihr Partner kann die Überwärmung der Hoden verhindern, indem er auf zu heißes Baden sowie auf das Tragen zu enger Unterwäsche verzichtet.Erektile Dysfunktion
Wenn es einem Mann aus körperlichen oder seelischen Gründen über einen gewissen Zeitraum hinweg nicht gelingt, eine Erektion zu erzielen oder beizubehalten, beeinträchtigt dies seine Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr.
Unerklärte Unfruchtbarkeit
Diese Klassifizierung beschreibt Unfruchtbarkeit, deren Ursache nicht bekannt ist. In diesen Fällen versucht ein Paar mehr als zwei Jahre vergebens, ein Kind zu zeugen, ohne dass medizinische Probleme bekannt sind. Alles scheint in bester Ordnung zu sein, dennoch tritt keine Schwangerschaft ein. Dies kann für ein Paar sehr frustrierend und belastend sein, weil es keinen Ansatzpunkt für Behandlungen oder andere Maßnahmen zu geben scheint.
Allgemeine Fertilitätsprobleme
Die folgenden Faktoren können die männliche und die weibliche Fruchtbarkeit gleichermaßen beeinträchtigen:
Alkohol: Sowohl Sie als auch Ihr Partner sollten übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden. Alkohol kann die weibliche Fruchtbarkeit senken und die Spermienqualität verschlechtern. Außerdem steigt dadurch das Risiko einer Fehlgeburt. Die britischen Gesundheitsbehörden beispielsweise empfehlen als Dosis für maßvollen Alkoholkonsum ein Maximum von 1 bis 2 Alkoholeinheiten pro Tag für Frauen bzw. 3 bis 4 Alkoholeinheiten pro Tag für Männer. Zur Orientierung: Die Menge von 0,44 Liter normalem Bier entspricht 2 Alkoholeinheiten. Schwangeren wird geraten, weniger als diese Dosis zu trinken und am besten ganz auf Alkohol zu verzichten.
Rauchen: Sie und Ihr Partner sollten das Rauchen aufgeben, wenn ein Kinderwunsch besteht. Im Vergleich zu Nichtrauchern ist die Spermienzahl bei Rauchern oft geringer und die Zahl missgebildeter Spermien höher. Bei Frauen wird Rauchen mit einer verfrühten Menopause und Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Gleichzeitig steigt damit das Risiko für eine Fehlgeburt und vorzeitige Wehen.
Gewicht: Idealerweise sollte Ihr eigenes Körpergewicht und das Ihres Partners in einem Bereich liegen, der für Ihre Größe angemessen ist. Bei Frauen kann Untergewicht ebenso wie Übergewicht den Menstruationszyklus stören und die Chance auf eine Empfängnis verringern. Bei Männern kann Übergewicht zu verringerter Spermienzahl und verminderter Spermienqualität führen.
Medikamente: Wenn Sie oder Ihr Partner Medikamente einnehmen, sollten Sie mit einem Arzt klären, ob diese Ihre Fruchtbarkeit oder die Spermienqualität Ihres Partners einschränken. Möglicherweise sind für die Kinderwunschzeit geeignetere Alternativen verfügbar.