

Wenn es um die Krankheit eines Kindes geht, sind junge Eltern oft unsicher: Welche Symptome weisen auf eine harmlose Krankheit hin, welche auf einen Notfall? Wann kann man warten, wann braucht man sofort einen Notarzt? Bei Kindern äußern sich viele Krankheiten anders als bei Erwachsenen, und Kinder können ihre Beschwerden sprachlich noch nicht wie Erwachsene darlegen. Wie erkenne ich überhaupt, dass ein Säugling oder Kleinkind krank ist? Was ist dann zu tun?
Nehmen Sie sich jetzt etwas Zeit zum Weiterlesen. Im Ernstfall werden Sie sich dann sicherer fühlen, weil Sie wichtige Anzeichen für Krankheiten von Kindern bereits kennen. Die nachfolgende Liste von Symptomen soll Ihnen bei der Entscheidung behilflich sein, wann Sie Ihren Kinderarzt zu Rate ziehen sollten und wann Sie weiter abwarten können.
Der Erhalt der Gesundheit Ihres Kindes ist die ständige und gemeinsame Aufgabe von Ihnen und Ihrem Kinderarzt. Ein Kinderarzt hat sich nach einem Medizinstudium von mindestens sechs Jahren für wenigstens weitere fünf Jahre mit Krankheiten von Kindern beschäftigt. Es ist unmöglich, sein Wissen, sein Können, seine Erfahrung und seine Fertigkeiten auf einer Website darzustellen. Daher gilt: Wann immer Sie unsicher sind, fragen Sie Ihren Kinderarzt! Wir können hier nur einige allgemeine Regeln darstellen, aber niemals einen Rat für das einzelne kranke Kind abgeben. Wir wollen Ihnen vielmehr dabei helfen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und sich auf das Gespräch mit dem Kinderarzt vorzubereiten. Nur Ihr Kinderarzt vor Ort kennt alle Details zur Krankheit Ihres Kindes, die es erlauben, eine Diagnose zu stellen und die dafür beste Therapie zu verordnen. Zögern Sie daher nie, nötigenfalls seinen fachkundigen Rat einzuholen.
Das Gespräch mit Ihrem Kinderarzt oder mit einem Notarzt über die Krankheitszeichen Ihres Kindes:
Wer: In der Hektik eines Notfalls wird Wichtiges oft vergessen. Sagen Sie Ihrem Kinderarzt, wer Sie sind, wie Ihr Kind heißt und wie alt es ist. Halten Sie das Gelbe Vorsorgeheft und den Impfpass bereit.
Was: Bereiten Sie sich darauf vor, die Symptome Ihres Kindes genau zu beschreiben – kurz und prägnant, ohne Umschweife.
Wie lange: Schildern Sie, seit wann die Symptome bestehen.
Der Not- oder Bereitschaftsarzt abends oder am Schenectady braucht mehr grundlegende Informationen als Ihr Kinderarzt! Teilen Sie vorangegangene Krankheiten und weitere relevante Probleme mit, etwa Besonderheiten der Schwangerschaft oder des Geburtsverlaufes.
Bleiben Sie ruhig und sachlich. Fassen Sie sich kurz.
In den meisten Fällen erkundigt sich der Arzt, ob das Kind Fieber hat. Wenn ja, wird er wissen wollen, seit wann es besteht und wie hoch es ist. Messen Sie vor dem Anruf die Körpertemperatur, es sei denn, es handelt sich um einen akuten Notfall.
Bei Säuglingen bis einschließlich zum dritten Monat benötigt der Arzt andere Informationen als bei älteren Säuglingen. Wir haben daher folgende Unterteilung vorgenommen: Krankheitszeichen bei Säuglingen bis zum Alter von einschließlich drei Monaten und Krankheitszeichen bei Kindern, die älter sind als drei Monate.
Grundsätzliches: Um eine Krankheit diagnostizieren zu können, erhebt der Arzt die Krankengeschichte (Anamnese). Hierher gehören Angaben zu der jetzigen Krankheit (was, wie lange, wie schwer, wer noch etc.), zu vorangegangenen Krankheiten, ggf. auch zu Schwangerschaft, Geburt, den Ergebnissen der Vorsorgeuntersuchungen, Krankheiten bei anderen Familienmitgliedern, das soziale Umfeld (einschließlich Kontakt zu Rauchern!), Kontaktmöglichkeiten zu Infektionserregern (andere Kranke, Auslandsaufenthalte, Tiere etc.).
Der Impfpass ist wichtig, denn nur wenn schriftlich belegt ist, dass ein Kind mit Halsschmerzen gegen Diphtherie geimpft ist, darf der Arzt annehmen, dass eine Diphtherie nicht vorliegt und die entsprechende Diagnostik unterlassen.
Nach der Anamnese folgt die körperliche Untersuchung: Den Allgemeinzustand können auch Sie als Eltern beurteilen. Wirkt ein Kind gesund, krank oder schwerkrank – das ist oft entscheidend. Kinder, die noch ihrem normalen Spiel nachgehen, können nicht akut lebensbedrohlich krank sein. Bei einem jungen Säugling ist die Beurteilung des Allgemeinzustandes schwieriger, denn er hat erst wenige Fähigkeiten. Trinkschwäche kann lange das erste Zeichen einer Hirnhautentzündung bei einem Neugeborenen sein! Kurzum: Je jünger das Kind, umso eher muss ein Facharzt den Allgemeinzustand beurteilen. Es folgt die Messung und Beurteilung der Lebensfunktionen – Atmung, Puls, Temperatur, ggf. Blutdruck. Der Arzt untersucht dann die Haut, die inneren Organe und das Nervensystem – hier hat jeder Arzt seine eigene Reihenfolge. Zu einer eingehenden Untersuchung zählt unter anderem neben der Betrachtung der Haut die Inspektion des Mund- und Rachenraumes, der Trommelfelle mit einem Otoskop, das Abhören von Herz und Lungen mit einem Stethoskop und das Abtasten des Bauches. Falls notwendig, erfolgen dann die Untersuchung von Urin und Blut, und bei Bedarf werden sogenannte bildgebende Verfahren, also Ultraschall- oder Röntgendiagnostik eingesetzt. Sind alle Untersuchungen abgeschlossen, kann man eine Diagnose stellen. Daraus leiten sich dann die Therapiemöglichkeiten ab.
Checkliste ernster Symptome
Krankheitszeichen bei Säuglingen bis zu einem Alter von einschließlich drei Monaten
Krankheitszeichen bei Kindern, die älter als drei Monate sind
Hat Ihr Säugling oder Kleinkind eines dieser Symptome, wenden Sie sich unverzüglich an Ihren behandelnden Kinderarzt. Alle nachfolgend genannten Anzeichen erfordern eine sofortige medizinische Untersuchung. Diese Liste ist nicht vollständig!
Steifer Nacken oder Berührungsempfindlichkeit
Vorwölbung der Fontanelle: Beim Säugling sind die Schädelknochen noch nicht miteinander verwachsen. Zwischen den beiden vorderen Schädelknochen in der Mitte des Kopfes liegt eine Lücke ohne Knochen. Steigt der Druck im Inneren des Kopfes an – z. B. bei einer Hirnhautentzündung – so wölben sich Hirnhäute und ggf. auch Gehirn durch diese Lücke zwischen den Knochen nach außen.
Lethargisches Verhalten. Ihr Kind lässt sich nur schwer wecken oder reagiert nicht auf Sie. Faustregel: Wenn Säuglinge oder Kleinkinder akut schwer krank sind, werden sie leise und ruhig, sie schreien dann fast nie.
Für Fieber gelten folgende Faustregeln:
1. Eine Körpertemperatur bis 38,0 °C ist normal. Eine Körpertemperatur zwischen 38,0 und 38,5 °C nennt man leicht erhöht (subfebril). Eine Körpertemperatur zwischen 38,5 und 39,5 °C ist Fieber. Eine Körpertemperatur oberhalb 39,5 °C ist hohes Fieber.
2. Fieber ist ein Symptom, keine Diagnose!
3. Ursache von Fieber bei Kindern ist meist eine harmlose Viruskrankheit – aber auch schwere und lebensbedrohliche Krankheiten gehen oft (aber nicht immer!) mit Fieber einher.
4. Wenn Sie die Diagnose nicht kennen und ein Kind Fieber hat, suchen Sie im Zweifel den Arzt auf. Je jünger das Kind und je höher die Körpertemperatur, desto dringlicher ist der Arztbesuch. Zwar haben viele Säuglinge gelegentlich sehr hohes Fieber, das durch eine harmlose Virusinfektion bedingt ist, aber auch eine Blutvergiftung (Sepsis) oder eine bakterielle Hirnhautentzündung (eitrige Meningitis) kann in diesem Alter anfangs alleine durch ein hohes Fieber auffallen.
5. Wenn neben dem Fieber weitere Symptome bestehen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.
6. Wenn ein Arzt das Kind gesehen und eine Diagnose gestellt hat und wenn dann später neue Symptome auftreten, rufen Sie den Arzt wieder an oder stellen Sie ihm das Kind erneut vor. Diese Verlaufskontrolle ist wichtig, denn einige Krankheiten kann man erst erkennen, nachdem das Fieber schon eine Weile besteht.
Schmerzempfindlicher, geschwollener Bauch oder Hoden
Violettfarbene, rote oder blaue Punkte bzw. Flecken, vor allem, wenn diese auf Druck nicht verschwinden. Das kann man leicht prüfen, indem man ein Wasserglas auf einen solchen Fleck drückt. Bleibt der Fleck sichtbar, könnte es sich um eine Hautblutung (\"Petechien\") handeln. Hautblutungen sind ein wichtiges Alarmzeichen für eine Blutvergiftung und bedürfen sofortiger Diagnostik und Therapie. Ältere Kinder haben häufig größere blaue Flecken, die von einem Sturz beim Fahrradfahren oder vom Herumtoben stammen und die man daher meist am vorderen Schienbein findet. Blaue Flecke, vor allem wenn sie zusammen mit Fieber auftreten, sind immer ein Grund, sofort einen Arzt zu konsultieren, solange man die Ursache für diese Symptome nicht kennt.
Ältere Kinder: will nicht gehen
Weint, sobald es berührt oder bewegt wird. Dies nennt man Berührungsempfindlichkeit – sie weist auf eine Hirnhautentzündung hin.
Blaue Lippen auch bei Wärme – können auf einen Sauerstoffmangel hinweisen. Hierfür gibt es viele mögliche Ursachen.
Geräuschvolle Atmung (Stridor) auch in Ruhe. Dies kann auf Asthma, Pseudokrupp, einen verschluckten Fremdkörper u. v. a. m. hinweisen. Ein Kinderarzt sollte die Diagnose stellen.
Rasches oder schweres Atmen mit oder ohne pfeifendes Atemgeräusch
Unstillbares Schreien über mehr als zwei Stunden hinweg
Krankheitszeichen bei Säuglingen bis zu einem Alter von einschließlich
drei Monaten
Das Erkennen von Krankheiten bei Säuglingen unter drei Monaten erfordert besondere Wachsamkeit. Dafür gibt es mehrere Gründe.
1. Die Krankheitszeichen sind in diesem Alter oft nur gering ausgeprägt.
2. Viele Krankheiten verlaufen in den ersten Lebensjahren anders als später im Leben (siehe oben).
3. Viele Krankheiten können schneller einen schweren Verlauf nehmen als bei älteren Kindern oder Erwachsenen.
Als 4. Grund kommt hinzu, dass viele angeborene Krankheiten – z. B. auch Krankheiten des Immunsystems – oft erst im Laufe der ersten Lebensmonate erkennbar werden. Hier ist also das besondere Wissen eines Kinderarztes gefragt.
Säuglinge sind insgesamt jedoch nur selten schwer krank. Ob dennoch eine Krankheit vorliegt, weiß man aber nicht im Voraus. Nachfolgend einige wichtige Anzeichen für Krankheiten:
Fieber ist bei Säuglingen ernst zu nehmen, bis man sicher ist, dass es nur eine harmlose Ursache hat. Verwenden Sie in diesem Alter kein Ohrthermometer, sondern messen Sie die Temperatur wegen der genaueren Messergebnisse im After.
Bei erhöhter Temperatur ziehen Sie dem Kind ggf. zu warme Kleidung aus und kontrollieren 15 bis 20 Minuten später erneut. Bei Fieber (siehe oben) ohne erkennbare Ursache rufen Sie Ihren Kinderarzt an. Auch wenn weitere Symptome bestehen, sollten Sie Ihren Kinderarzt konsultieren. Vielleicht handelt es sich wirklich nur um eine harmlose Virusinfektion, die z. B. mit einem Schnupfen einhergeht. Auch dann ist es besser, Ihren Kinderarzt zu befragen, weil auch schwere Krankheiten mit einem banalen Schnupfen beginnen können.
Bereiten Sie sich auf folgende Fragen vor: Isst das Kind gut, lässt es sich leicht wecken, ist es lebhaft oder zeigt es andere Anzeichen einer Krankheit (siehe unten). Bei sehr kleinen Säuglingen wird eine leicht erhöhte Temperatur oft schon durch zu warme Kleidung hervorgerufen. Informieren Sie Ihren Arzt darüber, wenn das Kind in den letzten zwei Wochen Kontakt zu einer Person mit einer ansteckenden Krankheit hatte oder wenn es schon seit einiger Zeit Beschwerden hat.
Junge Säuglinge können auf eine Infektion auch einmal mit einem Abfallen der Temperatur reagieren. Fällt sie unter 36,5° C, so wickeln Sie das Kind in warme Decken und informieren Sie unverzüglich einen Arzt. Falls vorhanden, schildern Sie andere Krankheitszeichen und teilen mit, ob das Kind evtl. Kontakt zu Personen mit einer ansteckenden Krankheit hatte (siehe oben).
Junge Säuglinge reagieren auf Atemnot gleich welcher Ursache genauso wie ältere: mit schwerer und beschleunigter Atmung. Ihnen geht jedoch schneller die Puste aus, das heißt ihnen fehlt die Kraft, die beschleunigte Atmung über längere Zeit aufrecht zu erhalten. Atemfrequenzen von über 60 Atemzügen pro Minute gelten bei jungen Säuglingen als deutlich erhöht. Benachrichtigen Sie Ihren Kinderarzt, sobald Ihr Säugling eine beschleunigte Atmung zeigt. Wird die Haut zwischen den Rippen oder unterhalb des Rippenbogens bei jedem Atemzug eingezogen, konsultieren Sie unverzüglich einen Arzt.
Jeder Säugling trinkt ab und zu einmal weniger. Ist das für Ihren Säugling jedoch eher ungewöhnlich und beobachten Sie die Appetitlosigkeit bei zwei oder drei aufeinanderfolgenden Mahlzeiten, wenden Sie sich an einen Arzt. Zeigt das Kind weitere Krankheitszeichen oder wacht es sogar nicht zu seinen Mahlzeiten auf, rufen Sie unverzüglich Ihren Kinderarzt.
Die meisten Kinder spucken und einige erbrechen bisweilen. Spuckt Ihr Säugling jedoch größere Mengen (mehr als einen Teelöffel voll) oder immer wieder aufs Neue hintereinander oder gibt es weitere Krankheitszeichen, konsultieren Sie Ihren Kinderarzt. Eine grün-gelbe Farbe des Erbrochenen ist ein Symptom, das unverzüglich von einem Arzt abgeklärt werden sollte. Schwallartiges, starkes Erbrechen kann auf eine Blockade des Mageneinganges hindeuten. Auch hier gilt: Konsultieren Sie baldmöglichst einen Arzt.
Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Säugling keinen oder zu wenig Urin ausscheidet, konsultieren Sie Ihren Kinderarzt. Manche neue, stark absorbierende Windeln fühlen sich auch dann noch trocken an, wenn sie Urin aufgenommen haben – so wird die Babyhaut vor Feuchtigkeit geschützt. In Zweifelsfällen: Wiegen Sie die Windel vor dem Anlegen und nach dem Wechseln – so können Sie die Urinausscheidung objektiv messen.
Krankheitszeichen bei Kindern, die älter als drei Monate sind
Diese Beobachtung ist das wichtigste, zugleich aber auch das schwierigste Kriterium, um festzustellen, ob Ihr Kind krank ist. Es ist wichtig, Ihren Kinderarzt darauf aufmerksam zu machen, dass Ihr Kind anders ist als sonst. Wenn Sie dagegen feststellen, dass es Ihrem Kind trotz Fieber oder Hautausschlag eigentlich gut geht, handelt es sich vermutlich nicht um eine ernste Krankheit.
Was aber bedeutet \"sieht krank aus\"? Sie als Eltern können das am besten beurteilen. Nachfolgend einige mögliche Anhaltspunkte:
Ihr Kind spielt oder lacht weniger als sonst.
Es lässt sich nur schwer beruhigen.
Es klammert sich in übertriebener Weise an Sie.
Zu Zeiten, wo es sonst hellwach ist, scheint es sehr müde.
Es wimmert oder scheint Schmerzen zu haben.
Eine solche Beschreibung beobachteter Symptome hilft Ihrem Kinderarzt bei der Entscheidung über die nächsten Schritte. Beschreiben Sie andere Krankheitszeichen so klar und präzise wie möglich. Die Einschätzung der Schwere einer Krankheit erfolgt vor allem auf Grund dieser allgemeinen Beobachtungen.
Ihr Kind hat Fieber, wenn rektal (also im After) eine Temperatur von über 38,5° C gemessen wird. Zwischen 38,0 und 38,5° C spricht man von \"leicht erhöhter Temperatur\". Bei Kindern bis zum Alter von wenigstens vier Jahren sollte die Körpertemperatur nicht im Mund gemessen werden – es besteht Verletzungsgefahr und bei Quecksilberthermometern auch Vergiftungsgefahr! Bei Kindern über drei Monaten entspricht bei korrekter Messung die im Ohr gemessene der rektalen Temperatur.
Fieber ist z. B. ein Zeichen dafür, dass der Körper Ihres Kindes gegen einen infizierenden Mikroorganismus kämpft. Für sich alleine betrachtet ist Fieber also keine Krankheit! Eine leicht erhöhte bis mittlere Temperatur ist eine normale Abwehrreaktion des Körpers bei vielen Infektionskrankheiten. Aber auch überhitzte Räume oder sogar ein heißes Getränk können eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur hervorrufen. Extrem hohes Fieber (über 40,5 °C) kann jedoch seinerseits Komplikationen hervorrufen und sollte gesenkt werden. Zwar gilt als Faustregel, dass Temperaturen über 39,4 °C auf eine ernstere Krankheit hindeuten als Körpertemperaturen darunter, aber letztlich sagt das Gesamtbefinden mehr über die Schwere der Krankheit aus als die Höhe des Fiebers. Solange Sie keine Diagnose haben, lässt sich daher auch keine Aussage darüber machen, ob das Fieber eines Kindes harmlos ist oder nicht.
In allen Zweifelsfällen sollten Sie auf Nummer sicher gehen und einen Arzt konsultieren.
Ob, wann und wie das Symptom Fieber behandelt werden sollte, darüber kann man sich lange streiten. Bei Kindern, die bereits einmal einen Fieberkrampf hatten, empfehlen wir immer die frühzeitige und konsequente Senkung des Fiebers, um weitere Krampfanfälle zu verhindern. Auch mit Wadenwickeln und anderen physikalischen Maßnahmen lässt sich Fieber oft senken.
In Deutschland erleiden zwei bis fünf Prozent aller Kinder bis zum Alter von fünf Jahren einen Fieberkrampf. Das heißt, sie verlieren ihr Bewußtsein und zucken für wenige Minuten mit ihren Muskeln. Die Krankheit ist fast immer harmlos, tritt aber oft bei einer folgenden Krankheit, die mit Fieber einhergeht, wieder auf. Wichtig: Bei jedem Fieberkrampf sollte ein (Not-) Arzt baldmöglichst entscheiden, ob tatsächlich ein harmloser Fieberkrampf oder aber ein Krampfanfall bei Fieber vorliegt. In diesem zweiten Fall kann eine Hirnhautentzündung oder aber eine andere schwere Krankheit Ursache des Krampfanfalles sein! Leidet Ihr Kind an Fieberkrämpfen, wird Ihnen Ihr Kinderarzt sagen, wie Sie die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Fieberkrampf vermindern können.
Erbrechen ist die zwanghafte Entleerung von Mageninhalt zurück durch die Speiseröhre aus dem Mund nach außen. Man unterscheidet Erbrechen vom sogenannten Spucken eines Säuglings. Beim Spucken läuft wegen Unreife des Magenabschlusses zur Speiseröhre hin nach einer Mahlzeit ein wenig Milch wieder aus dem Mund heraus: Das ist meist harmlos und verschwindet mit der Zeit von selbst. Im Zweifelsfall befragen Sie Ihren Kinderarzt. Erbrechen kann viele verschiedene Ursachen haben – oft ist es Folge einer Infektionskrankheit, die meist mit Durchfall einhergeht (Gastro-Enteritis). Gelegentlich stecken hinter dem Symptom \"Erbrechen\" aber auch schwere Krankheiten – etwa ein Darmverschluss (Ileus) oder - bei Neugeborenen – ein angeborenes Passagehindernis im Bereich des Magen-Darm-Traktes.
Bei Infektionskrankheiten der Atemwege produzieren Kinder viel Schleim. In der Regel schlucken sie diesen herunter und husten ihn nicht aus, wie Erwachsene es tun. Dieser Schleim sammelt sich im Magen an und wird gelegentlich erbrochen.
Erbrechen ist daher oft eine Begleiterscheinung bei einer Vielzahl von Virusinfektionen. Es ist seltener einmal ein Symptom z. B. einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit. Sie sollten Art und Verlauf des Erbrechens aufmerksam beobachten. Das Erbrechen dauert für gewöhnlich maximal acht bis zwölf Stunden. Säuglinge sind durch einen Flüssigkeitsverlust mehr gefährdet als größere Kinder – sie können bei anhaltendem Erbrechen (und/oder Durchfall) innerhalb weniger Stunden regelrecht austrocknen.
Erbrechen ist ein ernst zu nehmendes Symptom, das sofortiger medizinischer Kontrolle bedarf, wenn eine der folgenden Aussagen zutrifft:
Ihr Kind sieht krank aus [siehe oben].
Ihr Kind lässt sich nur schwer wecken oder ist im Wachzustand verwirrt.
Das Erbrochene enthält Blut, das nicht aus einer Mundwunde oder von Nasenbluten stammt.
Die Farbe des Erbrochenen ist gelblich-grün.
Der Bauch Ihres Kindes ist gebläht, die Bauchschmerzen dauern länger als drei Stunden an, der Bauch fühlt sich hart an.
Ihr Kind hat etwas Gefährliches verschluckt. Hinweis: Sofort einen Notarzt anrufen und befragen, was zu tun ist! Das jeweils beste Vorgehen hängt entscheidend davon ab, was verschluckt wurde!
Ihr Kind ist auf den Kopf gefallen oder hat sich am Kopf verletzt. Viele Kinder erbrechen dann – das ist meist harmlos. Dauert das Erbrechen aber an, ist es von Schläfrigkeit oder auffälligem Verhalten begleitet, kann eine Blutung im Kopf vorliegen, die sofort operiert werden muss. Denken Sie daran: Solche Hirnblutungen können auch noch Stunden und sogar Tage (!) nach einem Sturz auftreten.
Ihr Säugling mit Erbrechen hat möglicherweise einen übermäßigen Flüssigkeitsverlust (Dehydration) erlitten, wenn Sie z. B. Folgendes beobachten:
Kein Urin während sechs bis acht Stunden
Keine Tränen beim Weinen
Fragen Sie in Zweifelsfällen Ihren Kinderarzt – er kann weitere Zeichen einer Austrocknung feststellen und die richtige Therapie einleiten.
Ihr Säugling ist durch starken Flüssigkeitsverlust gefährdet, wenn …
er auch kleine Mengen klarer Flüssigkeiten nicht bei sich behält.
Durchfall das Erbrechen begleitet.
er die Aufnahme von jeglicher Flüssigkeit verweigert.
ein Säugling unter sechs Monaten länger als acht Stunden, ein älterer Säugling oder ein Kleinkind länger als zwölf Stunden erbricht. Achtung: In einzelnen Fällen kann eine gefährliche Austrocknung auch schon früher als in der genannten Zeit auftreten!
Versuchen Sie, dem Kind erst einmal einen Teelöffel voll Flüssigkeit zuzuführen. Verwenden Sie hierzu eine von Ihrem Kinderarzt verordnete, frisch zubereitete Elektrolytlösung oder leicht gesüßten Kindertee. Nach 15 Minuten geben Sie dem Kind den nächsten Löffel mit Tee, nicht mehr, auch wenn es nach mehr verlangt. Dann die Menge weiter verdoppeln.
Sofern Ihr Kind nicht weiter erbricht, geben Sie ihm während sechs bis acht Stunden ausschließlich diese Flüssigkeiten. Geben Sie weitere acht bis zwölf Stunden leichte, fettarme Kost (z. B. trockenes Weißbrot), bevor Sie die gewohnte Ernährung wieder aufnehmen. Bekommt das Kind Muttermilch, stillen Sie weiter, geben Sie aber kleinere Portionen in kürzeren als den gewohnten Abständen. Warten Sie zum Beispiel 30 Minuten, bevor Sie die zweite Brust geben.
Zwar sorgt eine ungenügende Darmtätigkeit des Kindes bei Eltern und Großeltern regelmäßig für große Aufregung, aber sie ist selten Ausdruck einer schweren Krankheit. Eine Behandlung ist nur dann notwendig, wenn der Stuhlgang schmerzhaft ist. Manche Kinder haben nur alle zwei bis drei Tage Stuhlgang, selbst Abstände von vier bis fünf Tagen gelten noch als normal, sofern keine weiteren Symptome vorliegen. Eine Änderung der Ernährung löst das Problem meist. Einem Säugling können Sie nach der Mahlzeit zusätzlich Flüssigkeit, z. B. Kindertee, anbieten. Kindern, die bereits feste Nahrung zu sich nehmen, hilft es, der Nahrung faserreiche Kost (Salat, Gemüse), pürierte Früchte oder Obstsäfte beizumischen. Zusätzliche Flüssigkeit ist wichtig.
Zu schnelles oder schweres Atmen deutet auf ein Problem im Bereich des Brustkorbes hin und erfordert oft medizinische Behandlung. Wird bei jedem Atemzug die Haut zwischen den Rippen oder über dem Schlüsselbein eingezogen, ist dies nicht normal, und Sie sollten sofort Ihren Kinderarzt konsultieren. Die normale Atemfrequenz von Säuglingen liegt je nach Alter etwa zwischen 20 und 40 Zügen pro Minute. Mehr als 60 Atemzüge pro Minute sind nicht normal.
Zur Feststellung der Atemfrequenz Ihres Kindes befreien Sie seine Nase von Schleim und beobachten Sie die Atmung, wenn das Kind in Ruhe ist. Rufen Sie bei Verdacht auf Atemprobleme sofort Ihren Kinderarzt. Kinder atmen unregelmäßig. Pausen von mehr als 10 bis 20 Sekunden sind meist aber nicht mehr normal. Bei blau verfärbten Lippen oder einem Aussetzen der Atmung von mehr als zehn bis 20 Sekunden sollte sofort der Notarzt gerufen werden.
Säuglinge geben bisweilen die seltsamsten Geräusche von sich. Eine präzise Beschreibung ungewöhnlicher Atemgeräusche eines kranken Kindes ist für den Kinderarzt eine wichtige Hilfe. Geräuschvolle Atmung kann sich bei Säuglingen und Kleinkindern pfeifend anhören. Pfeifendes Atmen kann z. B. auf eine Infektionskrankheit oder auf eine Allergie der Atemwege hindeuten. Oder darauf, dass Ihr Kind einen harten Gegenstand verschluckt hat, der in der Luftröhre feststeckt. Rufen Sie Ihren Kinderarzt an, wenn …
dies das erste Auftreten pfeifender Atemgeräusche ist.
das Kind jünger als sechs Monate alt ist.
das Pfeifen sich verschlimmert.
das Kind sich verfärbt.
Laute Geräusche beim Atmen können auch einmal darauf hinweisen, dass in der Luftröhre des Kindes ein Gegenstand festsitzt. Plötzliches Einsetzen von Atembeschwerden begleitet von hohem Fieber, Sabbern, \"kloßiger\" Sprache und vielleicht mit einer Blau-Verfärbung von Haut oder Lippen kann auf eine Infektion des Kehldeckels hinweisen. Das ist lebensbedrohlich und erfordert eine sofortige Behandlung durch einen Notarzt.
Atmet Ihr Kind ruhig, ohne zusätzliche Geräusche, und sind keine weiteren Symptome feststellbar, behelfen Sie sich mit Hausmitteln. Befreien Sie die Nase von Schleim, wenn er das Kind beim Atmen behindert. Bei Kleinkindern genügt ein Abwischen der Nase mit einem weichen Tuch. Ein Luftbefeuchter tut besonders nachts allen Kindern mit Husten gut.
Die Farbe ändert sich: rot, weiß, blau oder gelb
Bei vielen Neugeborenen sind infolge des unreifen Kreislaufsystems Hände und Füße manchmal bläulich verfärbt. Ältere Säuglinge und Kleinkinder zeigen diese Symptome nicht, es sei denn, ihnen ist kalt, sie halten die Luft an oder sie haben Atem- bzw. Herzbeschwerden. Blaue Lippen, Hände oder Füße sind bei einem älteren Kind ein wichtiges Zeichen für verschiedene Krankheiten – das Kind sollte einem Arzt vorgestellt werden. Manche Kinder halten bei einem Trotzanfall lange die Luft an, und Ihr Gesicht läuft blau an. Das ist harmlos, die Verfärbung verschwindet mit Wiedereinsetzen der Atmung. In diesem Fall ist die Blauverfärbung kein Grund zur Sorge.
Blässe kann Hinweis auf Blutarmut (Anämie) oder auf eine andere Krankheit sein. Der Kinderarzt kann durch eine körperliche Untersuchung oder/und durch eine Blutuntersuchung feststellen, ob tatsächlich eine Blutarmut vorliegt und ggf. auch, was die Ursache ist.
Eine Rötung der Haut kann durch Fieber und Sonneneinstrahlung, aber auch durch einen richtigen Hautausschlag bedingt sein. Kontrollieren Sie die Körpertemperatur Ihres Kindes und suchen Sie nach weiteren Symptomen. Vielleicht ist das Kind nach dem Spielen nur überhitzt. Überprüfen Sie die Kleidung des Kindes und gehen Sie in einen kühleren Bereich.
Eine gelbliche Verfärbung der Haut (Gelbsucht oder Ikterus) kann viele verschiedene Ursachen haben. Bei Neugeborenen ist die Neugeborenen-Gelbsucht häufig und meist harmlos. Sehr selten führen angeborene Fehlbildungen im Bereich der Leber, angeborene Stoffwechselkrankheiten oder eine Infektionskrankheit (Leberentzündung; Hepatitis) zur Gelbsucht. Um diese seltenen, aber schweren Krankheiten frühzeitig zu erkennen, sollte das Symptom \"Gelbsucht\" immer von einem Arzt begutachtet und ggf. abgeklärt werden. Eine orange-gelbliche Verfärbung der Haut älterer Kinder zeigt manchmal an, dass das Kind viele Karotten oder viel Orangensaft zu sich nimmt. Sie brauchen sich dann keine Sorgen zu machen – diese Art der Hautverfärbung ist absolut ohne Krankheitswert und sie verschwindet, wenn wieder weniger Karotten oder Orangensaft genossen werden.
Unstillbares Schreien für mehr als zwei bis drei Stunden
Hier kommen viele Ursachen in Frage. Das Kind kann Schmerzen haben, es kann sich wegen irgendeines Umstandes aufregen – nasse Windeln, Luftzug, zu warme Kleidung, Nikotin geschwängerte Atemluft, Hunger, Langeweile – die Liste ist fast endlos lang. Kinder, die mehr als drei Stunden pro Tag an drei Tagen der Wochen über wenigstens drei Wochen hinweg schreien, nennt man Schreikinder. Ist eine körperliche Ursache für das Schreien von einem Kinderarzt ausgeschlossen worden, sind die Erfahrung und das Verständnis des Kinderarztes für Psyche und soziales Umfeld gefordert. Schreien ohne Ursache betrifft irgendwann einmal etwa ein Fünftel aller deutschen Säuglinge. Charakteristisch ist dabei, dass das Schreien vorwiegend am späten Nachmittag und in den Abendstunden auftritt. Vermehrtes Herumtragen (mindestens vier Stunden täglich über den Tag verteilt, bevor das Schreien einsetzt!), wiederholter Körperkontakt, Stimulierung des Gleichgewichtsorganes (Schaukeln, Autofahren), Spielen mit dem wachen Kind und ein regelmäßiger Tagesablauf reduzieren die Dauer der Schreiattacken.
Ist Ihr Kind plötzlich auffällig kraftlos und kann seinen Kopf nicht mehr halten, kann nicht mehr gerade sitzen oder nach einem Spielzeug greifen, dann wenden Sie sich sofort an Ihren Kinderarzt. Derartig unvermittelt auftretende Symptome können auf eine ernste Krankheit hinweisen.
Mit dem Begriff \"Durchfall\" bezeichnet man zu häufigen und/oder zu dünnen – auch wässrigen – Stuhlgang. Durchfall ist meist durch eine Infektion mit Mikroorganismen bedingt, dauert nur einige Tage an und ist nur bei starkem Wasserverlust gefährlich. Dem kann man durch geduldige, löffelweise Gabe von Flüssigkeit (siehe oben) vorbeugen. Dauert der Durchfall trotz Schonkost und zusätzlicher Flüssigkeit mehr als fünf oder sechs Tage an, ist er besonders heftig oder trinkt Ihr Kind nicht mehr ausreichend, wenden Sie sich an Ihren Kinderarzt. Achten Sie auf die Anzeichen für einen übermäßigen Wasserverlust. Blut oder Eiter im Stuhl erfordern die sofortige Kontaktaufnahme mit Ihrem Kinderarzt.
Grüner oder sehr wässriger, spritzender Stuhl hat den unteren Darmabschnitt zu schnell passiert. Diese Art Durchfall – leichter wie schwerer Ausprägung – führt in der Regel zu Hautreizungen im Windelbereich. Halten Sie den Bereich sauber und tragen Sie eine Fettcreme direkt auf die Haut oder die Windel auf. Für Durchfallerkrankungen jeder Schwere gilt: häufig kleine Mengen klarer Flüssigkeit (z. B. eine vom Kinderarzt verordnete Elektrolytlösung oder leicht gesüßten Tee) verabreichen. Ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit ist bei Durchfall entscheidend.
Die größte Gefahr entsteht beim Durchfall durch übermäßigen Flüssigkeitsverlust. Was Sie tun können:
Bei breiigem Stuhl genügt die zusätzliche Gabe von leicht gesüßtem Tee (niemals einfaches Wasser geben!) und zusätzliche Mutter- oder Fertigmilch zu den Mahlzeiten. Nimmt Ihr Kind bereits feste Nahrung zu sich, geben Sie ihm Speisen, die den Durchfall stoppen – etwa Bananen, Reis oder Kartoffelbrei. Meiden Sie Fruchtsäfte.
Bei ausgeprägt wässrigem Stuhl verabreichen Sie während 24 Stunden alle 15 bis 30 Minuten kleine Mengen, ggf. teelöffelweise, fertige Elektrolytlösung, die Ihnen Ihr Kinderarzt verordnen kann. Wenn Sie Ihr Kind stillen, fahren Sie mit dem Stillen fort. Nimmt Ihr Kind üblicherweise schon feste Nahrung zu sich und geht es ihm im Rahmen einer Durchfallerkrankung wieder besser, gehen Sie zur oben genannten Schonkost über.
Kleinkinder mit wässrigem Durchfall: Mindestens drei bis fünf Tage keine Milchprodukte mehr. Viel Flüssigkeit geben (z. B. leicht gesüßten Tee). Feste Nahrung erst allmählich wieder einführen, z. B. Reis, Banane, Apfelmus, Suppen, Nudeln. Nun auch Fleisch und Gemüse anbieten. Setzt der Durchfall wieder ein, gehen Sie einen Schritt in der Diät zurück.
Geben Sie Ihrem Kind ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt keinen Kräutertee. Das gleiche gilt für verschreibungspflichtige wie auch für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel gegen Durchfall. Diese auf Erwachsene oder ältere Kinder zugeschnittenen Arzneimittel können für Säuglinge und Kleinkinder schädlich sein.
Hautausschlag kann z. B. Anzeichen einer inneren Krankheit, Folge von Insektenstichen, einer Hautreizung oder einer Allergie sein. Ist Ihr Kind gesund und unbeeinträchtigt, besteht meist kein Bedarf für eine sofortige ärztliche Konsultation. Es sei denn, Ihr Kind hat …
einen rosaroten Ausschlag in Form kleiner Punkte oder Flecken, die sich nicht wegdrücken lassen (s. o.)
große rote Flecken, die auf einen Nesselausschlag oder auf eine allergische Reaktion hindeuten können und die eine Behandlung erfordern.
In beiden Fällen setzen Sie sich sofort mit dem Kinderarzt in Verbindung.
Wenn Ihr Kind in sehr hohen Tönen unstillbar schreit oder wenn es über Schmerzen bei Berührung irgendeines Körperteils klagt, so rufen Sie Ihren Kinderarzt.
Weigerung zu laufen bei einem Kind, das laufen kann
Weigert sich ein Kind, eines oder beide Beine zu belasten, hinkt oder humpelt es plötzlich, kann das Hinweis auf eine Krankheit von Gelenken oder Knochen sein. Sie sollten sofort mit dem Kind zum Kinderarzt gehen. Ist es zu schwach, um zu stehen, sollten Sie ebenfalls sofort den Arzt aufsuchen. Dies gilt nicht für ein Kind, das krank oder müde ist oder das gehalten werden möchte.
Bauchschmerzen kommen bei Kindern häufig vor und sind oft harmlos. Sie sind aber auch gelegentlich ein Alarmzeichen, vor allem wenn sie plötzlich auftreten und mit Schwellung und/oder Berührungsempfindlichkeit des Bauches oder auch des Hodens einhergehen. Es sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Können Sie Ihren Kinderarzt nicht erreichen, rufen Sie einen Notarzt oder bringen Sie Ihr Kind in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses.
Auch Verstopfung kann schwere Bauchschmerzen hervorrufen – manche Kinder krümmen sich sogar vor Bauchschmerzen. In diesem Fall entwickeln sich die Symptome aber eher allmählich und sie verschwinden mit jeder Stuhlentleerung. Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Kinderarzt, wenn es sich um ein chronisches Problem handelt, das sich durch zusätzliche Flüssigkeit und/oder – bei einem Kleinkind – durch schlackenreiche Kost nicht beheben lässt.
Bewusstlosigkeit erfordert in jedem Fall unverzügliche ärztliche Behandlung. Rufen Sie sofort den Notarzt. Bleiben Sie bei Ihrem Kind und beobachten Sie aufmerksam seinen Atem und seine Gesichtsfarbe. Bei Atem- oder Herzstillstand prüfen Sie, ob die Atemwege durch Fremdkörper blockiert sind. Wenn Sie sich damit auskennen, und das sollte jeder Autofahrer, beginnen Sie nach der Entfernung von Fremdkörpern aus den Atemwegen mit einer Mund-zu-Mund- oder einer Mund-zu-Nase-Beatmung bzw. auch mit einer Herzmassage. Lagern Sie Ihr Kind in der stabilen Seitenlage, dass Erbrochenes ggf. nicht in die Lungen gelangt.