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Kindererziehung – eine richtige Herausforderung. Gut erzogene Kinder und Kreativität

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Die Erziehung eines Kindes gehört zu den größten Herausforderungen, vor denen Eltern stehen. Wie Sie Ihre Kinder gut erziehen mit Kreativität.

Die Kindererziehung zu Gehorsamkeit, Kreativität, Eigenständigkeit und sozialer Kompetenz gehört zu den größten Herausforderungen, vor denen Eltern stehen. Wir alle wünschen uns ""gut erzogene"" Kinder. Doch ein gut erzogenes Kind ist schwer zu erreichen“, ohne seine Kreativität zu ersticken oder sein Selbstgefühl zu beeinträchtigen. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass beim Thema Kindererziehung die alten ""Gespenster aus der Kinderstube"" auftauchen und uns in Schwierigkeiten bringen. Selma Fraiber, die amerikanische Expertin für Kindererziehung, hat diesen Begriff geprägt. Sie meint damit Kindheitserinnerungen, weit zurückliegende Erfahrungen und eingefahrene Denk- und Verhaltensmuster, die uns bei der Erziehung unserer Kinder beeinflussen. Diese Gespenster können Eltern den Erziehungsalltag schwer machen und Kreativität der Kinder hemmen. Sobald sie in uns hochsteigen, sagen wir zwar laut das eine. Doch tief im Innern denken und fühlen wir etwas ganz anderes.


Lehren und Lernen


Klare Grenzen setzen


Positiv bestärken


Wenn Aufforderungen nicht befolgt werden


Pampers Erziehungs-Experten beantworten häufig gestellte Fragen




Lehren und Lernen

Das Wort ""Disziplin"" stammt von einem Wort ab, das ursprünglich ""lehren"", nicht ""strafen"" bedeutet. Unseren Kindern Benehmen beizubringen, sie zu lehren, sich zu beherrschen und andere Menschen zu respektieren und dabei nicht ihre Kreativität hemmen sollte unser Ziel sein. Dabei habe ich folgende Erfahrung gemacht: Eltern fällt es leichter, sich konkrete Strategien zurechtzulegen, wenn sie ihre Erziehungsziele genau kennen und stets in Erinnerung rufen, was das Kind im jeweiligen Entwicklungsstadium zu lernen in der Lage ist. Und: Kinder lernen umso leichter und sind umso „besser erzogen“, was von ihnen erwartet wird, je klarer die Botschaft der Eltern und je direkter der Bezug zwischen einem Verhalten und der daraus folgenden Konsequenz ist.


Klare Grenzen setzen

Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Meinung möchten Kinder durchaus ""gut erzogen"" werden. Selbstverständlich nur, wenn dies auf liebevolle und konsequente Weise geschieht, die . Ein Kind, das die Regeln kennt und weiß, welche Konsequenzen ein Verstoß hat, fühlt sich sicher und geborgen. Grenzenlosigkeit führt zu Unsicherheit. Erst wenn es weiß, wo die Grenzen liegen, kann es sich gelassen dem Spiel und der Erforschung seiner Welt hingeben. In der Praxis habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Kinder, die selten oder nicht konsequent genug auf Grenzen aufmerksam gemacht wurden, die größte Verunsicherung zeigen. Sie rennen herum, sind frech, schlagen, fluchen oder stellen auf andere Weise jeden in ihrer Umgebung auf die Probe. Sie sind auf der Suche nach Grenzen oder einer Person, die ihnen die Verantwortung abnimmt, sich die eigenen Grenzen selbst setzen zu müssen. Denn zu viel Macht wirkt auf ein kleines Kind beängstigend. Nach der Liebe ist die Disziplin das Wertvollste, was Sie Ihrem Kind geben können.


Positiv bestärken

Die meisten Kinder möchten das tun, was ihre Eltern von ihnen verlangen. Liebe und Beachtung der Eltern sind die mächtigsten Antriebskräfte, die man sich vorstellen kann. Für sie tun Kinder alles. Probleme entstehen dann, wenn Eltern ihren Kindern nicht genügend Beachtung schenken oder wenn sie ständig Schwächen kritisieren, ohne die guten Dinge zu loben, die die Kinder tun, um den Eltern zu gefallen. Ungehorsames Verhalten verschwindet oft ganz von selbst, wenn Eltern positives Verhalten bestärken und das nicht erwünschte Verhalten einfach ignorieren. Belohnungen - zum Beispiel etwas Besonderes zu essen, ein Aufkleber an einer Tafel oder eine besondere Unternehmung - können das Verhalten eines Kindes beeinflussen und seine Kreativität fördern. Doch nichts beeinflusst es mehr als die Bestätigung der Eltern und das Wissen, dass es deren Erwartungen erfüllen kann. Das sind Belohnungen, die wirklich zählen. Sie machen das Kind stolz auf sich. Sie sind das Sprungbrett, von dem aus es sich der nächsten Herauforderung des Lebens stellen wird.


Wenn Aufforderungen nicht befolgt werden

Eltern stellen bisweilen Erwartungen an ihr Kind, die es infolge seines Entwicklungsstandes und/oder der Umstände nicht erfüllen kann. Ich möchte Ihnen einige Beispiele aus der Praxis nennen und Strategien vorstellen, wie Sie ihr Kind an seinem eigenen Erfolg lernen lassen.


Die Aufforderungen von Eltern sind oft zu allgemein oder zu vage: Anweisungen wie ""Benimm dich!"" oder ""Sei lieb!"" sind für ein Kind unter zehn Jahren zu abstrakt. Sagen Sie konkret, was Sie von Ihrem Kind erwarten. Zum Beispiel ""Hör auf zu schreien!"" oder ""Gib Florian sein Auto zurück."" Nur wenige kleine Kinder können mit der Aufforderung ""Räum dein Zimmer auf"" etwas anfangen. Ganz anders sieht es dagegen aus, wenn Sie formulieren: ""Heb' die Bausteine auf!"" oder ""Pack deine Kleider in den Korb."" Viele kleine, erfolgreich gemeisterte konkrete Aufgaben wirken dagegen als Ansporn für die nächste Aufgabe.


Das Kind sieht keinen Zusammenhang zwischen seinem Verhalten und der Belohnung oder Sanktion. Ist zu viel Zeit vergangen, lernt das Kind nichts aus einer Sanktion. Beispiel: Es ist sinnlos, ein dreijähriges Kind am Ende der Woche für viele gute Verhaltensweisen zu belohnen. Sein Gedächtnis und Zeitgefühl sind noch nicht weit genug entwickelt. Es versteht nicht, worauf sich die Belohnung bezieht. Je jünger ein Kind ist, umso direkter muss die Belohnung oder Sanktion auf das Verhalten folgen.


Vom Kind wird zu viel erwartet. Schon ganz kleine Kinder wissen: ""Nein!"" bedeutet, dass sie mit dem aufhören sollen, was sie gerade tun. Doch sie sind nicht in der Lage, sich allein eine andere Beschäftigung zu suchen. Die Tasten der Stereoanlage sind einfach eine zu große Versuchung, solange Sie Ihrem Kind nicht eine andere Beschäftigung fern von der Anlage anbieten.


Zu viele Verbote. Besteht das Leben des Kindes aus nichts als Verboten, schenkt es ihnen irgendwann keine Beachtung mehr. Die Eltern sollten sich deswegen genau überlegen, was ihnen wirklich wichtig ist. Ein bis maximal zwei Konflikte oder Verhaltensprobleme sollten gleichzeitig bearbeitet werden. Meine Empfehlung lautet: Höchste Priorität haben jene Verhaltensweisen, die Leben gefährden, bei denen Verletzungen drohen oder durch die teure Dinge zerstört werden. Kämpfe ums Essen sind kaum zu gewinnen. Die über Kleidung sind die Energie für die Machtprobe nicht wert.


Das Kind ist müde. Versuchen Sie bitte nicht, Ihrem Kind Gehorsam beizubringen, wenn es müde, hungrig, traurig oder gestresst ist. Günstigere Voraussetzungen versprechen mehr Erfolg. Geben Sie dem Kind zuerst, was es braucht (Schlaf, Essen, eine Umarmung) und versuchen Sie es später noch einmal.


Die Eltern sind müde. Sind Sie genervter als Ihr Kind, können Sie ihm nichts beibringen. Genehmigen Sie sich selbst eine Pause. Zwar sollten Kinder durchaus lernen, dass ihre Eltern auch gefühlsmäßig auf sie reagieren - Gesichtsausdruck, Stimme und Ihr Verhalten drücken schließlich die Reaktion der Umwelt auf das Verhalten des Kindes aus - doch Vorsicht! Wenn Sie die Kontrolle verlieren, ist niemandem geholfen. Wenn Sie überreagieren, verunsichern Sie damit nur sich und Ihr Kind. Später werden Sie bereuen, was Sie gesagt oder getan haben.


Pampers Erziehungs-Experten beantworten häufig gestellte Fragen


F: Wir haben zwei Jungen (Zwillinge) von 18 Monaten. Keiner der beiden erlaubt uns, seine Zähne zu putzen. Die des älteren zeigen bereits Anzeichen des Verfalls. Wir geben ihnen täglich Fluor. Wie sollen wir reagieren?


A: Machtkämpfe sind im zweiten Jahr nichts Ungewöhnliches. Darum scheint es mir hier zu gehen. Jetzt ist es wichtig, den Drang ihrer Söhne nach Selbständigkeit zu unterstützen. Aber wenn es um die Gesundheit geht, sollten Sie konsequent sein. Wenn sich beide Eltern nicht auf Diskussionen um das Zähneputzen einlassen, akzeptieren die Jungen diese wichtige Routine. Beziehen Sie sie mit ein! Lassen Sie sie die Farbe ihrer Zahnbürste selbst wählen und auf der Tube herumdrücken. Sie dürfen jedoch nie den Eindruck erhalten, dass die Sache selbst zur Diskussion steht. Je weniger geredet wird, desto besser. Jetzt heißt es, konsequent sein. Es stehen Ihnen noch größere Kämpfe bevor. Kinder fühlen sich sicherer, wenn Sie wissen, dass man ihnen Grenzen setzt, auf die sie sich verlassen können. Sie reagieren verunsichert, wenn sich diese Regeln ändern oder zur Debatte stehen. Oder wenn sie in einer Situation zu viel Macht haben. - Suzanne Dixon, M.D.



F: Mein dreijähriger Sohn will einfach nicht in seinem Kindersitz sitzen bleiben. Immer findet er einen Weg, sich daraus zu befreien. Jeden Morgen, wenn es zum Kindergarten geht und ich zur Arbeit muss, stehen wir die gleichen Kämpfe durch. Es ist zum Verzweifeln!


A: Sicherheit im Auto ist eine Frage, in der es keine Kompromisse geben darf. Hier sollte so wenig wie möglich diskutiert werden: Ihr Sohn muss in seinem Sitz bleiben. Ziehen Sie den Gurt also möglichst fest an - natürlich soll er bequem sitzen und er darf ihm keine Schmerzen zufügen. Manche Kinder sind sensibel und vertragen die Gurte besser, wenn sie mit Velours oder Fell bezogen sind. Stellen Sie den Sitz gerade, damit Ihr Sohn aus dem Fenster schauen kann. Stört ihn die Sonne, können Sie einen Sonnenschutz anbringen. Geben Sie ihm einen Anreiz, etwa ein Stofftier, das immer im Auto bleibt oder eine Kassette, die er nur im Auto hören kann oder ein anderes Spielzeug. Sie holen es aus dem Handschuhfach, sobald Ihr Sohn ruhig an seinem Platz sitzt. Wenn er sich aus seinem Sitz befreit, halten Sie an. Auch wenn Sie zunächst nur langsam vorwärtskommen. Reden Sie nicht mehr als unbedingt erforderlich und bugsieren Sie ihn auf seinen Sitz zurück. Entschlossenes und konsequentes Handeln wird seinen Eindruck nicht verfehlen. Planen Sie morgens etwas mehr Zeit ein und beginnen Sie mit dem Programm nur, wenn Sie ausgeruht sind. Kündigen Sie ihre Absicht am Vortag fest und mit möglichst wenig Worten an. Ein anderes Problem ist vielleicht, dass der morgendliche Abschied Ihnen beiden schwer fällt. Der tägliche Kampf deutet möglicherweise auf ein Gefühl der Trauer hin, das sie beide verspüren, wenn sie sich für den Tag voneinander verabschieden. Ihr Sohn weiß, dass er den Abschied hinauszögern kann und ihm damit Ihre - wenn auch negative - Aufmerksamkeit sicher ist. Geben Sie sich morgens mehr Zeit und schaffen Sie ein kurzes Ritual, das Ihnen beiden hilft. Aber eines, das ungefährlicher ist als Kämpfe im Auto. Das Wiedersehen am Abend sollte etwas Besonderes sein. Machen Sie sich erst dann an Abendessen oder Hausarbeit, wenn Sie einander wieder gefunden haben. - Suzanne Dixon, M.D.



F: Wie kann ich meinen 19 Monate alten Sohn davon abhalten, mit Essen umherzuwerfen? Tut er es wiederholt und herausfordernd, nehme ich ihm den Teller weg. Er bekommt ihn erst wieder, wenn er mit dem Werfen aufhört.


A: Ich habe den Eindruck, Sie missverstehen das Verhalten Ihres Sohnes und verstärken es ungewollt mit Ihrer Reaktion. Alle Kinder spielen in diesem Alter mit ihrem Essen. Sie wollen damit niemanden herausfordern, sondern versuchen nur, die Welt zu entdecken. Mir scheint, ihr Sohn erhält durch das Werfen mit Essen zusätzliche Aufmerksamkeit von Ihnen. Sicher wissen Sie, dass Sie sein Verhalten mit Schreien sogar verstärken können, weil er weiß, dass er damit Ihre Aufmerksamkeit erhält. Sie können Folgendes tun: Schenken Sie Ihrem Sohn sehr viel Aufmerksamkeit, wenn er isst, ohne mit Essen zu werfen. Sagen Sie ihm, dass er ein guter Junge ist und immer größer wird. Wenn er mit Essen wirft, genügt eine kurze Bemerkung: ""Man wirft nicht mit Essen."" Dann ignorieren Sie ihn für 15 Sekunden. Schon bald wird er verstehen, dass er mehr Aufmerksamkeit erhält, wenn er sich anständig benimmt. - Lawrence Kutner, Ph.D., Klinischer Psychologe



F: Meine Tochter wird 10 Monate alt. Wie soll man so kleinen Kindern Gehorsam beibringen? Wie erreiche ich, dass sie unsere Sachen in Ruhe läßt? Wenn wir jetzt nicht damit anfangen, fürchte ich, dass es in einem Jahr zu spät ist. Stimmt das?


A: Für Ihre Tochter ist es jetzt ganz wichtig, dass sie möglichst Vieles berühren kann. Es gibt ihr die Möglichkeit zu lernen. Ihre Aufgabe ist es zu verhindern, dass sie sich dabei weh tut oder etwas Wertvolles zerstört. In diesem Alter bringen Sie einem Kind Gehorsam am besten bei, wenn Sie selbst Ihre Umwelt unter Kontrolle haben. Ganz gleich wie viel Sie reden, in diesem Alter hilft nur, die chinesische Vase möglichst hoch auf einem Regal zu verstauen. Oder die Installation eines Gitters, um einen Sturz von der Treppe zu verhindern. Das ändert sich, wenn Ihre Tochter älter wird und die Folgen ihres Handelns verstehen kann. Aber vergessen Sie nicht, dass Disziplin etwas mit Lehren zu tun hat, nicht mit Strafen. Ihre Tochter für gutes Verhalten zu belohnen, ist eine Art, ihr Gehorsam beizubringen. - Lawrence Kutner, Ph.D., Klinischer Psychologe



F: Meine 19 Monate alte Tochter hat begonnen, mir ins Gesicht zu schlagen und ""nein"" zu sagen, wenn sie nicht bekommt, was sie möchte. Ist das für ihr Alter normal?


A: Zwar schlagen viele Kleinkinder, wenn sie sich frustriert fühlen, doch das bedeutet nicht, dass man das Verhalten ignorieren sollte. Entgegnen Sie ihr: ""Nicht schlagen!"" und schlagen Sie nicht zurück. Das verschlimmert die Sache nur. Ihre Tochter schlägt Sie ja nicht, weil Sie als Eltern etwas falsch gemacht haben, sondern weil sie von ihren Gefühlen überwältigt wird. Bleiben Sie also ruhig. Sie geben ihr damit die Möglichkeit, ihre Gefühle wieder unter Kontrolle zu bekommen. Wenn Kinder dieses Alters völlig außer sich sind, hilft es manchmal, sie einige Sekunden fest in die Arme zu schließen, um sie am Weiterschlagen zu hindern, oder sie abzulenken, sobald ein Trotzanfall sich ankündigt. Je älter Ihre Tochter wird, desto besser lernt sie, auch mit überwältigenden Gefühlen umzugehen. - Lawrence Kutner, Ph.D., Klinischer Psychologe



F: Mein Sohn ist 28 Monate alt. Er weigert sich grundsätzlich, sich anziehen zu lassen. Am liebsten würde er den ganzen Tag im Schlafanzug herumlaufen. Was sollen wir tun?


A: Zunächst einmal sollten Sie bedenken, dass er in einem Alter ist, wo alles, was Sie mit ihm tun, seinen Widerstand hervorruft. Jetzt heißt sein Motto Protest. Das ist Teil seines Kampfes um Selbständigkeit. Dennoch sind Struktur, Regelmäßigkeit und Gehorsam für Kinder seines Alter wichtig. Ohne diese Faktoren scheinen sie verängstigt oder ""verwöhnt"" (d. h. nach Grenzen suchend). Sie sind der Erwachsene und müssen dafür sorgen, dass der Tagesablauf die Struktur erhält, die Ihr Sohn benötigt. Er hat die Wahl, diese Struktur stillschweigend zu akzeptieren oder dagegen zu rebellieren. Wir wissen, wie er reagiert, wenn Sie ihn anziehen wollen. Sie müssen es trotz seiner Proteste tun. Aber suchen Sie sich die Kämpfe, die Sie ausfechten möchten, genau aus. Sehen Sie über weniger wichtige Dinge hinweg. Ihn beim Anziehen hinzustellen statt ihn in einer liegenden Position zu belassen, kann die Sache erleichtern. Wählen Sie Kleidung, die sich leicht anziehen lässt und lassen Sie ihn ""mithelfen"". Geben Sie ihm die Socke, damit er sie sich anzieht. Aber stellen Sie ihn nicht vor eine zu schwierige Entscheidung. Eine Alternative, mit der Sie ihn in die Entscheidung einbeziehen, genügt: ""Willst du dein rotes oder dein weißes T-Shirt zu den blauen Hosen anziehen?"" Genügt das nicht, geben Sie ihm etwas, das ihn ablenkt, während Sie ihn anziehen. Bleiben Sie ruhig und ziehen Sie ihn zügig und ohne Ablenkung an. Je weniger Sie sich erregen, desto weniger belohnen Sie seine Ausbrüche. Danach nehmen Sie ihn in die Arme und sagen etwas wie: ""Es tut mir leid, dass du das Anziehen so schrecklich findest. Aber wir wissen beide, dass es nötig ist."" Protest ist in diesem Alter normal und gesund. Er darf nicht bestraft werden. Aber er verdient auch keine besondere Beachtung. Mit Wutanfällen kühl und sachlich umzugehen, lehrt ein Kind, dass es damit nichts erreicht. - T. Berry Brazelton, M.D.



F: Ich habe einen 18 Monate alten Sohn, der immer wieder andere Kinder schlägt. Er schlägt nicht fest zu und tut ihnen damit nicht weh. Vielmehr erkämpft er sich mit diesem negativen Verhalten meine Aufmerksamkeit. Wie soll ich damit umgehen? Wie soll ich reagieren, wenn er in aller Öffentlichkeit auf einen Fremden zugeht und ihn schlägt? Wenn wir über sein Verhalten hinwegsehen, ist das unserem älteren, zwei Jahre alten Kind gegenüber ungerecht. Können Sie mir weiterhelfen?


A: Ihre Situation klingt sehr frustrierend. Die Reaktion Ihres Kindes ist aber nicht ungewöhnlich, denn viele Kinder drücken mit 18 Monaten ihre Gefühle über den Körper aus. Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass er vermutlich Ihre Aufmerksamkeit erregen möchte (auch wenn er sie nicht als ""negative Aufmerksamkeit"" betrachtet). Kinder dieses Alters sind sehr ichbezogen. Sie sind der Nabel ihrer kleinen Welt. Sie sehen alles und jeden ausschließlich aus ihrem Blickwinkel. Das ist kein Egoismus, sondern nur ihre Art, die Welt zu verstehen. Zeigen Sie Freude, sobald Ihr Sohn ohne Schlagen kommuniziert. Positive Bestärkung erwünschten Verhaltens erzielt bessere Resultate als Sanktionen bei schlechtem Verhalten. Meiden Sie Menschen, wenn Sie wissen, dass er bald müde wird oder zu hungrig ist, um nicht zu quengeln. Versuchen Sie jeden Tag, etwas Zeit mit ihm alleine zu verbringen. Spielen Sie dann mit ihm und schenken Sie ihm Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Machen Sie vor, wie man anderen Menschen seine positiven Gefühle durch sanfte Berührung zeigen kann. Haben Sie Geduld! Schon bald wird er eine Sprache entwickeln, mit der er sehr viel wirksamer kommunizieren kann. - Peter A. Gorski, M.D.



F: Mein Sohn ist 14 Monate alt. Wenn er nicht bekommt, was er will, reagiert er mit schrecklichen Wutanfällen, bei denen er sich auf den Boden wirft oder auf alles und jeden schlägt, was ihm in den Weg kommt. Wie soll ich mich verhalten?


A: Die Wutanfälle, die Sie beschreiben, sind tatsächlich eine riesige Herausforderung für jeden, der mit Kindern arbeitet. Für ein 14 Monate altes Kind sind sie jedoch der beste Weg, Ihnen mitzuteilen, dass es fest entschlossen ist, etwas zu tun oder nicht mehr zu wollen, dass es ihm zu heiß ist oder zu kalt, dass es Hunger hat oder auch satt ist, dass es gelangweilt oder müde ist und vielleicht auch, dass es kaum noch erwarten kann wann es losgeht.... Je weiter die Sprachentwicklung in den nächsten sechs Monaten fortschreitet, desto besser kann Ihr Kind seine Bedürfnisse und Interessen auf diplomatischere Art ausdrücken. Gegenwärtig müssen Sie sich damit begnügen sicherzustellen, dass es sich selbst nicht gefährdet. Helfen Sie ihm auf die Beine und lenken Sie seine Aufmerksamkeit unter beruhigendem Singen auf eine andere Beschäftigung. Vergessen Sie dabei nicht Ihre eigenen Grenzen! Sind Sie selbst mit den Nerven am Ende, lassen Sie sich von einer Vertrauensperson helfen. Ich vermute übrigens, dass Ihr Sohn von Natur aus sehr sensibel und impulsiv ist. Wenn dies zutrifft, dann sind seine Freudenausbrüche vermutlich ähnlich heftig und ausgelassen. Wenn es gelingt, diese Intensität zu kanalisieren, gehört er einmal zu jenen Menschen, die gute Führungsqualitäten haben und zu großen Leistungen fähig sind. - Peter A. Gorski, M.D.



F: Mein knapp zweijähriger Sohn hat zwei Monate bei den Großeltern verbracht, in denen er mit Aufmerksamkeit überschüttet wurde. Nun verlangt er auch von uns ständig Aufmerksamkeit und möchte seinen Kopf durchsetzen. Bleiben wir hart, wirft er sich hin und schlägt mit dem Kopf auf den Boden. Da die Anfälle endlos scheinen, schreiten wir meistens ein. Sollten wir einen Psychologen zu Rat ziehen oder gehört dieses Verhalten einfach zum Trotzalter dazu?


A: Ihr Sohn durchläuft gerade eine ganz normale Entwicklungsphase. Frustration führt in diesem Alter - und auch später - zu Wutanfällen. Sobald er sich sprachlich besser ausdrücken kann, nehmen derartige Anfälle von selbst ab. Sie sollten ihn jedoch vor Verletzungen bewahren. Nehmen Sie ihn auf und tragen Sie ihn an einen sicheren Platz. Reden Sie mit ihm. Aber geben Sie seinen Forderungen nicht nach. Er lernt sonst nur, dass er mit Trotz alles erreicht. Ihr Sohn testet seine und Ihre Grenzen. Mir scheint, Sie sind dabei in einen Teufelskreis geraten. Er möchte mehr Aufmerksamkeit, doch Sie nehmen sich zurück aus Angst, ihn zu verwöhnen. Er ist frustriert und fordert mehr. Zum Schluss sind Sie beide wütend. Schenken Sie ihm stattdessen viel Aufmerksamkeit. Schmusen, spielen, reden Sie mit ihm. Das vermittelt Sicherheit und Geborgenheit. Halten Sie dagegen Ihre Gefühle zurück, fordert er nur mehr. Nur wenn er sich geborgen fühlt, kann er immer mehr auf Sie verzichten. Wahrscheinlich erhält er auf diese Weise sogar weniger Beachtung von Ihnen, als wenn Sie ständig miteinander streiten. Versuchen Sie es mal, damit sich die Stimmung verbessert und die Zahl der Wutanfälle zurückgeht. - Lawrence Kutner, Ph.D., Klinischer Psychologe



F: Meine Tochter ist 22 Monate alt und wird noch gestillt. Zwei bis drei Mal pro Tag bekommt sie zu Hause die Brust, meist abends vor dem Schlafengehen und vor dem Mittagsschlaf. Das Problem ist, dass sie auch in der Öffentlichkeit danach verlangt (manchmal recht lautstark). Was raten Sie mir? Ist sie zu alt, um gestillt zu werden?


A: Auf diese Frage könnten Sie wohl unendlich viele Antworten erhalten. In einigen Kulturen werden Kinder viel länger gestillt, als dies bei uns üblich ist. Die Tatsache, dass Sie mir die Frage stellen, deutet darauf hin, dass Ihnen die Fragen Ihrer Tochter Probleme bereiten. In ihrem Alter können Sie ihr durchaus sagen, dass Sie sie nur zu Hause stillen. Hat sie Durst, geben Sie ihr eine Tasse oder achten Sie darauf, dass Sie stets eine Tasse dabei haben. Kleinkinder stellen häufig viele Forderungen. Sie demonstrieren damit ihre Selbständigkeit. Es ist Aufgabe der Eltern, ihnen immer wieder Grenzen zu setzen - oft aus Gründen der Sicherheit. Diesen Forderungen kann man durchaus ein ""Nein"" entgegensetzen und ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken. Tut man das konsequent, bestehen sie meist nicht weiter auf ihren Forderungen. Wenn Sie am Stillen zu Hause hängen, fahren sie damit fort. Sobald Sie bereit sind abzustillen, bieten Sie Ihrer Tochter stattdessen eine Tasse an. Lesen Sie ihr eine Geschichte vor, umarmen Sie sie oder legen Sie sie schlafen. Will sie dennoch gestillt werden, sagen Sie ihr, dass sie von nun ab aus der Tasse trinkt. Wenn möglich sollte sie der Vater zu Bett bringen, um das gewöhnte Ritual zu durchbrechen. Vielleicht braucht es einige Zeit, da sie seit zwei Jahren daran gewöhnt ist, aber letztendlich wird sie sich an das neue Ritual gewöhnen. Viel Glück! - Linda Jonides, P.N.P.



F: Ich habe vierjährige Zwillinge (Jungen), zwischen denen eine große Konkurrenz herrscht. Wie kann ich ein friedliches Zusammenleben fördern?


A: Geschwisterrivalität ist normal und unvermeidlich. Sie ermöglicht es den Kindern, sich und den anderen kennenzulernen. Das Beste, was Sie daher tun können, ist, sich aus dem Wettkampf herauszuhalten. Wenn Sie es ihnen überlassen, ihre Konflikte zu lösen, lernen beide, miteinander zu kooperieren und mehr auf den anderen einzugehen, als wenn Sie sich in das Problem einmischen. Wenn einer der beiden den anderen verpetzt - was unausweichlich ist - belohnen Sie ihn nicht dafür. Erinnern Sie ihn vielmehr daran, wie ärgerlich er sein würde, wenn ihn sein Bruder verriete. Sagen Sie ihm, dass Sie nichts mit ihrem Streit zu tun haben möchten. Loben Sie Ihre Söhne, wenn sie kooperativ miteinander umgehen. Was Sie auch tun - widerstehen Sie der Versuchung, das Problem an ihrer Stelle zu lösen. Beide müssen lernen, miteinander in einer Familie zu leben. Das gehört zu den wichtigsten Sachen, die man lernen kann. Bedenken Sie stets, dass Hilfe und Wettkampf zwei Seiten ein- und derselben Medaille sind. - T. Berry Brazelton, M.D.


 
 
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Mitgliederkommentare

Viele der hier beschriebenen Probleme kommen mir bekannt vor. Nicht alle Empfehlungen halte ich auch..

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